Wir lieben das Gefühl der Zuversicht, oder?! Die Begeisterung und Vorfreude, die wir empfinden, wenn wir etwas Neues beginnen. Die Sicherheit, nichts falsch machen zu können und die ganze Welt auf seiner Seite zu haben.

Aber wie fühlt es sich an, wenn man gerade aus einer riesigen Niederlage heraus marschiert? Wieviel Enthusiasmus empfindet man, wenn man gerade noch mit gesenktem Kopf, verweinten Augen und geballten Fäusten zugeben musste, dass man wirklich dick versagt hat?

Ganz ehrlich – diese Gefühle sind niederschmetternd und haben wenig mit Zuversicht zu tun.

Ich erinnere mich an diesen Moment noch sehr genau. Mein Gesicht ganz nah am Boden, meine Wut bereits umgewandelt in rasende Kopfschmerzen. Mein Selbstvertrauen angeknackst und mein Kampfgeist verflogen.

Ich war 24 und hatte mein Examen, für das ich 6 Jahre lang studiert hatte, gerade komplett in den Sand gesetzt. Da war nichts zu machen. Ich konnte niemandem die Schuld geben – außer mir selbst. Ich war mutlos, ratlos, zerknirscht und überhaupt nicht in der Stimmung, an die Zukunft zu denken. Es war peinlich und für viele Freunde sogar richtig erschütternd. Es war ein Schockzustand.

Bis ich mich entschied, die Perspektive zu wechseln.

Das war kein krasser Moment oder eine super-klare Offenbarung. Es war ein Mini-Fünkchen Hoffnung, dem ich die Erlaubnis gab, meinen Blick zu heben.

Ich betete, ich rief zu meinem Gott. Ich klagte, ich stampfte, nörgelte und bettelte. Und er war da – in dieser ganzen Zeit. Aus meinem stotternden Motor machte er eine ganz frisch geölte Maschine. Er gab mir neue Zuversicht. Nichts Aufgewärmtes oder Zusammengeflicktes. Ich fühlte eine Stärke und Angriffslustigkeit, die ich davor so nicht kannte. Ich wurde kreativ und auf eine neue Art und Weise mutig.

Mein verletzter Stolz ließ mich etwas Neues wagen, von dem ich nie gedacht hätte, dass ich es tun würde. Ich bewarb mich für die Ausbildung zur professionellen Tänzerin – ein Kindheitstraum und bis hierher nur Hirngespinst. Ich fühlte nicht viel Zuversicht, dass ich erfolgreich sein und angenommen werden würde. Aber ich gab dem Ganzen eine Chance. Wacklige Knie und ein auffällig nervöses Lächeln beim Check-In inklusive. Danach war ich froh. Einfach zufrieden mit mir, es versucht zu haben. Ich rechnete nicht mit dem Anruf eine Woche später, dass ich im nächsten Schuljahr starten könnte. Und dann ging alles ganz schnell. Ich startete einen neuen, spannenden Lebensabschnitt und nicht nur das; ich wurde unerschrockener und waghalsiger.

Aus einer Niederlage ging ich mit neuer Perspektive heraus – mit einer ganz neuen Zuver.SICHT. Gehen ist hier wahrscheinlich das falsche Wort. Ich tanzte aus ihr heraus!

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