Es war ein kalter Winterabend. Müde und noch mit zwei Stunden Fahrt vor mir, stand ich am Ende eines Bibelschultages an der Tankstelle. „Wann klickt endlich der Zapfhahn?“

So erfüllend der Tag auch war, jetzt fühlte ich mich im Angesicht des zunehmenden Schneefalls einsam und verletzlich. „Herr, es wäre alles so viel einfacher, wenn ein Mann an meiner Seite wäre. Langsam bin ich es echt müde im Dienst alleine unterwegs zu sein. Und gerade jetzt fehlt mir ein Partner mal wieder schmerzlich.“

Ich habe es keinen Moment bereut, mit 22 Jahren eine feste Beziehung hinter mir zu lassen und mit ganzem Herzen Jesus nachzufolgen. Es ist wundervoll und abenteuerlich auf Gottes Wegen, aber es gibt auch diese Momente der Einsamkeit, nicht nur am Ende eines Tages im Dienst des Herrn!

Zum Beispiel in der Kirchenarbeit fragte ich mich öfter: Würden sie so mit mir umgehen, wenn ein Mann hinter mir stehen würde? Würde das, was ich sage mehr Gewicht haben? Oder im Alltag, abends, wieder alleine und niemand zum Kuscheln und Quatschen. Mit Ehemann wäre das bestimmt alles anders.

Inzwischen bin ich seit über 10 Jahren verheiratet und wirklich von Herzen dankbar für das, was ich in den Jahren vor der Ehe über den Umgang mit Einsamkeit gelernt habe. Ja, es ist besser zu zweit, wenn der Mann fest mit Jesus unterwegs ist. Und nein, die Ehe ist (leider) kein Heilmittel gegen Einsamkeit!

Einsamkeit und ihre Wurzeln

Warum betrifft Einsamkeit uns Frauen meist deutlich stärker, als Männer? Das hat damit zu tun, wie Gott uns geschaffen hat. Wir blühen auf, wenn wir miteinander in Beziehung stehen.

Beschäftigt oder belastet uns etwas: Na, was machen wir? Jemanden anrufen oder besuchen! In der Verbindung zu einer anderen Person geschieht etwas, das uns hilft, uns zu sortieren, aufzuatmen und oft Lösungen zu finden. Wo der Mann sich eher in seine Höhle zurück zieht, suchen wir die Verbindung.

Es ist nicht gut, dass der Mensch alleine sei, heißt es in Gottes Wort – dies gilt für beide Geschlechter. Wir sind von Gott geschaffen, als Beziehungswesen. Doch seit dem Einzug von Sünde in dieser Welt wirkt sich diese vor allem auf Beziehungen aus.

Einsamkeit hat also ihre Wurzeln in der geistlichen Welt. Satan möchte dich isolieren, genau wie die ersten Menschen, und dich von dem trennen, was dir Auftrieb gibt. Einsamkeit ist v.a. eine seiner Versuchungen für uns Frauen.

Das Problem liegt also nicht so sehr im Alleine sein, sondern vielmehr im Mangel an bedeutungsvollen Verbindungen. Zu Gott und zu Menschen. Diese aufzubauen, darin liegt die Kunst des erfüllten Lebens mit Gott.

Kämpfe den Kampf des Glaubens

Entscheide dich den guten Kampf des Glaubens zu kämpfen! Nicht nur, aber vor allem, wenn du in einer Leadership Position bist. Auch der Apostel Paulus musste dies im Angesicht von schweren und einsamen Zeiten tun.

Wenn wir mehr auf die Gefühlte der Einsamkeit schauen, statt auf Jesus in uns, entsteht eine Hass-Liebes-Beziehung mit dem, was uns fehlt. Selbstmitleid ist die Folge oder Bitterkeit. Beides schadet uns und den Menschen, die wir leiten.

Ich habe gelernt, dass es in Ordnung ist, traurig zu sein, wenn Dinge nicht so sind, wie sie sein sollten. Doch da darf man nicht stehen bleiben! Wenn du dich einen Moment mit Jesus hinsetzt und offen mit ihm sprichst, wie mit einer Freundin, begegnete er dir. Trost empfängt, wer auf Empfang geht!

Und hier kommen auch gesunde Beziehungen ins Spiel! Super wichtig! Deshalb können wir den Weg nicht alleine gehen. Ladies, wir brauchen einander! Denn der Trost des Herrn möchte dich auch durch Menschen erreichen. Baue aktiv an Beziehungen mit vertrauenswürdigen Menschen und lege das Thema Ehepartner ganz in Gottes Hand, so wird der Feind keinen fruchtbaren Boden für seine Versuchung durch Einsamkeit bei dir finden. Denn wer glaubt, dass die Ehe Gottes Heilmittel gegen Einsamkeit ist, wird sein Leben auf der Wartebank bleiben, statt aufs Spielfeld zu gehen, wo die wahre Action ist.

Die Heimfahrt

Als ich mich von der Tankstelle aufmachte, um nach Hause zu fahren, redete ich mit Jesus, als wäre er da. Ich sagte Ihm wie es mir geht und dass ich einen Beifahrer brauche. Plötzlich war mir, als müsste ich Ihn sehen können. Alles in mir wusste, dass ich nicht mehr alleine im Auto war. Ich habe Jesus Fragen gestellt und in mir schlichte Antworten „gehört“. Es war eine Art Herz zu Herz Unterhaltung. Seine Nähe hat jedes Gefühl von Einsamkeit und Verletzlichkeit aufgelöst. Seither rechne ich mit Seiner Nähe, auch wenn sie sich manchmal durch gute Freunde zeigt.

Hier noch ein Wort von Jesus für dich zum Mitnehmen: „Der Geist des Herrn ruht auf mir, denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt mit dem Auftrag, den Armen gute Botschaft zu bringen, und die zu heilen, deren Herz gebrochen ist.“ Lukas 4,18

Rechne auch du mit Ihm!

 

Sabine Buck hat Praktische Theologie an einem renommierten amerikanischen College studiert. Sie arbeitet seit über 20 Jahren als Bibellehrerin und im pastoralen Dienst. Sie ist echter Beziehungsmensch und liebt Menschen jeden Alters, unterschiedlicher Kulturen und Jesus. Sabine hat mit Anfang 40 geheiratet und lebt mit ihrem Mann in der Nähe von Braunschweig.

Ihr Motto: Jeder sollte die Möglichkeit haben Gott und seine Wege mit uns besser kennen und verstehen zu lernen. Mehr von Sabine findet ihr unter:

Youtube: Lebendiges Wort

Webseite: www.bibelkolleg.org

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