„Entscheidungen müssen getroffen werden – bevor sie einen selbst treffen“

(Zitat von unbek.)

Kennst du das? Da drückst du dich davor, schiebst es auf, dich endlich zu entscheiden – und schon entscheidet jemand anderer für dich. Das hat einen unangenehmen Beigeschmack. Alle Entscheidungen, die wir nicht treffen, haben oft zur Folge, dass wir steckenbleiben in Positionen, die sich lohnen würden, eine Veränderung zu erfahren. Was hält dich ab, den Job zu kündigen, der dich nur noch plagt, obwohl du andere Optionen hast? Verhaltensmuster zu ändern, die dich immerzu plagen? Es ist eine Illusion, dass wir weglaufen können und sich die Dinge von selbst erledigen.

Oft habe ich kleine Kinder dabei beobachtet, wie unglaublich vertrauensvoll sie zum Beispiel auf einmal entscheiden, loszulassen und die ersten eigenen Schritte wagen. Sie sind dann so zufrieden und stolz, das geschafft zu haben und strahlen uns glücklich an. Eingebettet in die Liebe und das völlig Angenommen-Sein ihrer Eltern, filtern sie nicht, fühlen sich sicher und können loslegen. Wie schön ist diese Vorstellung, mit diesem Vertrauen, die diese Leichtigkeit hat, weiter durch unser Leben zu gehen. Jede von uns ist von Gott mit der Fähigkeit ausgestattet, klare Entscheidungen zu treffen. Unzählige Dinge entscheiden wir in großer Selbstverständlichkeit tagtäglich, sie sind uns zu Gewohnheiten geworden. Na gut, da gibt es natürlich Unterschiede, die eine verbringt mehr Zeit vor dem Kleiderschrank, um endlich das richtige Outfit zu finden, als andere. Das ist individuell verschieden und auch gut so. Es ist enorm wichtig, dass wir fühlen und wissen, wer wir sind. So können wir viele Dinge aus diesem Verständnis entscheiden. Als ich bewusst annehmen konnte, dass ich bedingungslos geliebt bin, begann ich auch mich selbst anzunehmen.

Doch wirklich herausfordern können uns die Entscheidungen, bei denen uns die Auswirkungen und die Tragweite bewusst sind. Es ist natürlich für jeden ein ganz eigener Prozess, zu einem Entschluss zu kommen. Der eine wägt die Vor- und Nachteile ab, schläft eine Nacht darüber, prüft wieder und entscheidet dann nach seinen Überlegungen. Andere holen sich den Rat vertrauter Menschen und kommen damit ihrer Wahl näher. Ein guter Rat kann sehr hilfreich sein, doch am Ende triffst du die Entscheidung selbst. Gott hat uns gewollt als Entscheidungsträger. Es braucht unser klares „Ja“ oder „Nein“. Oft ist es eine große Erleichterung, endlich zu einer Wahl gekommen zu sein.

Manche Situationen bringen auch eine Entscheidung hervor, die unserer inneren Grundhaltung entspringt. Dafür gebe ich hier ein persönliches Beispiel:  Als ich mit unserem zweiten Sohn schwanger war, wurde uns dringend geraten diese Schwangerschaft sofort zu beenden. Alle möglichen Werte und Untersuchungen hatten ergeben, dass dieses Kind nicht leben konnte. So stand die Entscheidung der Ärzte fest und jetzt lag es an mir, auszuwählen. Für mich war augenblicklich klar, einen Abbruch als Option auszuschließen, trotz aller Konsequenzen. Tief in mir gab es die klare Haltung dazu, dass ich das nicht tun konnte und dass Leben in der Hand von Gott ist. Letzten Endes kam unser Sohn völlig gesund zur Welt, weil Gott eingegriffen hat. Eine andere Sache ist mir dabei aber wichtig: Unsere Beziehung zu Jesus prägt unsere Haltungen und wie wir Entscheidungen treffen.

Wer oder was darf in dein Leben hineinsprechen, wenn für dich eine wichtige Entscheidung ansteht? Oft sind es die Erfahrungen, die wir schon gemacht haben, die uns stark beeinflussen. „Das ist schon beim letzten Versuch schiefgegangen, dann lasse ich es lieber sein“.  Wir erwarten also, dass sich das Erlebte wiederholt. So hält uns diese schlechte Erfahrung gefangen und verhindert unsere Weiterentwicklung. Es könnte ja bedeuten, dass man dann schlecht dasteht. „Hast du schon mal einer Bekannten von Jesus erzählt und sie hat ganz anders reagiert, als du vermutet oder gehofft hast?“ Warum also sollte man sich diese Niederlage noch einmal einfangen? Heute möchte ich dich einfach ermutigen, ernsthaft zu prüfen, wer dich beeinflussen darf. Es lohnt sich, Jesus um Rat zu fragen. Er redet zu dir durch den Heiligen Geist und hat uns zugesagt, dass wir als seine Schafe seine Stimme hören. Er nimmt uns die Entscheidung selbst nicht ab. Doch Gott ist so voller Kreativität, Ideen und Vielfalt, dass es sich lohnt, nachzufragen. Glücklicherweise hat er uns mit einem freien Willen ausgestattet und er wünscht sich, dass wir entscheiden. Wenn du weißt, dass du zu ihm gehörst und ihm wichtig bist, dann wird das deine Entscheidung sehr erleichtern und dir Freiheit geben, dich zu entscheiden und die entstandenen Lügen in deinem Leben zu enttarnen. Er ist bei dir, selbst wenn du dich mal irrst.

Schauen wir uns einmal an, weshalb wir nach der perfekten Entscheidung streben, dann wird oft klar, dass uns unsere Außenwirkung sehr wichtig ist. Damit meine ich nicht, dass ich jetzt rücksichtslos durchs Leben laufe. Aber wenn du fühlst und weißt, dass jetzt die Zeit für eine Veränderung für dich reif ist, dann lass dich von niemanden aufhalten, der deinen Prozess nicht unterstützt. Du richtest dich auf Jesus aus, schenkst ihm Vertrauen und er hilft dir gerne, in Freiheit und Frieden zu handeln.

Stell dir vor, dass du durch deine Entscheidung dein Leben und möglicherweise auch Leben in deinem Umfeld verändern wirst. Du kannst dich mit deinen Entscheidungen immer auf die fruchtbringende Seite des Lebens stellen. Gott möchte dein Potenzial, das er in dich hineingelegt hat, hervorbringen. Dazu bist du gefragt, dich von deinen bequemen Entscheidungen, auch dem Weg des geringsten Widerstandes, zu verabschieden. Du bist eingeladen, dein Herz von Begrenzungen und Verletzungen heilen und befreien zu lassen.

Er hat dich gesegnet mit dem Geist des Mutes und der Kraft. Also schau nach vorne und triff mit ihm mutige Entscheidungen.

 

 

Esther Reifland ist verheiratet und hat mit ihrem Mann Martin 7 Kinder und 2 Enkelkinder und einen Hund. Sie liebt es, für Familie und Freunde zu kochen. Außerdem mag sie Tiere, ist gerne in der Natur, liebt Musik und entdeckt gerne neue Orte.

Esther hat ein großes Herz für Menschen. Sie ist ein guter Zuhörer und begleitet Frauen auf dem Weg in persönliche Freiheit. Als ausgebildeter Coach von Restoring the Foundation im Gospel Forum, erlebt sie mit großer Begeisterung, wie Jesus Menschen begegnet und zerbrochene Herzen heilt.

 

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