Wenn ich über Gaben und Talente nachdenke, denke ich sofort an eine innere Reise.

An meine eigene, die ein paar Jahre gedauert hat und auf der ich immer noch unterwegs bin…

Ich finde es schön zu sehen, wenn jemand seine Gaben oder Talente auslebt. Es ist offensichtlich: Sie oder Er kann etwas besonders gut und setzt dieses Können ein. Es sticht einem ins Auge, es hebt sich ab, es ist einfach nicht zu übersehen. Wenn wir wahrnehmen, dass jemand seine Fähigkeiten einsetzt und auslebt, kann das in uns unterschiedliche Gefühle auslösen: z.B. Freude. Wir sind bereit, unser Herz weit zu öffnen und werden so oft selbst bereichert. Oder wir empfinden Sehnsucht. Eine Sehnsucht, unsere eigenen Gaben und Talente ausleben zu können. Vielleicht löst es aber auch negative Gefühle in uns aus. Gefühle wie Neid und Missgunst machen sich breit, wir fühlen uns schlecht und verschließen unser Herz. Es wird hart, vielleicht sogar dieser Person gegenüber.

Ich denke, dass unser Empfinden zum Vorschein bringt, welche innere Reise wir selbst bereits zurückgelegt haben.

Eine Blumenzwiebel und die innere Reise:

Pflanzzeit

Ich liebe es, wenn im Frühling die ersten Krokusse, Schneeglöckchen und Tulpen das Grau des Winters vertreiben und die Wiesen und Gärten in bunte Farbtupfen verwandeln. Wer seinen Garten in leuchtende Farben getaucht sehen möchte, muss allerdings vorsorgen. Blumenzwiebel müssen gesteckt werden. Die Zwiebel braucht bestimmte Voraussetzungen, bevor daraus eine wunderschöne Blume blühen kann. Ein schöner Vergleich finde ich: Genauso hat Gott in jeden von uns kostbare und wunderschöne Gaben und Talente hineingelegt. Blumenzwiebel sehen ziemlich gleich aus, finde ich. Ich kann nicht unbedingt unterscheiden, welche Blume aus welcher Zwiebel hervorwächst. Auch bei den Dingen, die Gott in uns hineingelegt hat, ist es ähnlich. Oft wissen wir gar nicht genau, was unsere Gaben überhaupt sind. Wir müssen uns auf die Reise begeben, unser eigenes Potenzial zu erkennen. Dabei hilft es, Dinge mutig auszuprobieren, keine Angst vorm Scheitern zu haben. So erkennen wir, woran wir Freude haben und was wir gut können.

Geduldig (er-)warten

Wenn so eine Blumenzwiebel gesteckt ist, dauert es doch viel zu lange, bis die Blume endlich da ist! Ungeduldig wird geschaut, ob nicht doch schon etwas ganz kleines Grünes aus der Erde hervorlugt. Ist es doch bei uns genauso: In dieser Wachstums- und Entwicklungsphase, die oft im Verborgenen geschieht, ist es wichtig, dass wir aktiv dranbleiben. Manchmal sind wir kurz davor zu sagen: „Ach, ich denke nicht, dass ich etwas besonders gut kann. Irgendwie sehe ich einfach nichts…“ Wie schnell passiert es, dass Leute ihr Potenzial, bevor es sich völlig entfaltet hat, wieder vergraben. Stell dir vor, du würdest eine leicht aufkeimende Blume immer wieder unter neuer Erde vergraben. Sie würde nie zum Vorschein kommen. Wirklich schade um die Blume. Schade um dein Potenzial.

Blütezeit

Endlich ist sie da! Eine wunderschöne Blüte. Nun kann ich sehen, welche Blume aus der Zwiebel gewachsen ist. Ich freue mich an ihr. Auch die Nachbarn haben Blumenzwiebeln gesteckt. Auch bei ihnen stehen nun die Blumen in voller Pracht im Garten. Ich muss sagen, wenn ich die Blumen so betrachte, gefallen mir die Blumen aus Nachbars Garten besser. Diese Farben! Und diese Blüten! Irgendwie finde ich unsere Blumen daneben sogar richtig hässlich. Geht es uns mit unseren Gaben und Talenten nicht oft ähnlich? Wir vergleichen. Vergleich tötet immer. Das Kostbare, Schöne und Einzigartige in dir.

Der Kern

Wozu ist eine Blumenzwiebel da? Um eine Blume hervorzubringen. Keine Gummibärchen.

Genauso hat Gott all das Potenzial nicht ohne Grund in dich hineingepflanzt. Er tat es für einen bestimmten Zweck. Er hat eine Aufgabe/einen Auftrag für dich und möchte, dass du weißt, worum es ihm geht. Was ist dein Fokus? Was treibt dich an? Frage Gott nach diesem höheren Ziel, das er im Blick hat und wie du deine Gaben dafür einsetzen kannst.

Winterhart

Irgendwann verwelkt die Blüte unserer Blume. Die Blumenzwiebel bleibt allerdings über den Winter in der Erde. Die alte Zwiebel bildet Tochterzwiebeln, die im nächsten Frühling blühen. D.h. sie vermehrt sich. Auch wir haben verschiedene Seasons. Unsere Blüte blüht nicht dauerhaft. Wir können nicht non stopp 100% geben. Wir brauchen Erholungsphasen, Zeiten, in denen wir uns zurückziehen, auf Gott hören und neu ausrichten. Oder Lebensphasen, in denen wir unsere Prioritäten anders setzen müssen. Es bedeutet nicht unbedingt, dass unsere Gaben und Talente auf Eis gelegt sind. Möglicherweise verändert sich die Plattform oder sie kommen auf eine ganz andere Art zum Einsatz. Verschiedene Phasen dauern unterschiedlich lang. Bist du bereit, im Verborgenen dranzubleiben? Du wirst sehen, dass sich auf diese Weise deine Gaben vertiefen und sogar vermehren können.

Ein weiterer wichtiger Punkt des Vermehrens ist das Investment in Andere. Wo kannst du deine Fähigkeiten in anderen Menschen multiplizieren? Wo kannst du sie unterstützen und begleiten, damit sie selbst zum Blühen zu kommen?

Ein wunderschönes Blumenfeld

Am schönsten ist es, wenn Blumen gemeinsam blühen. Keine Blume ist wie die andere. Völlig unterschiedlich, wunderschön und einzigartig. Genauso ist es mit unserem Potential. Wo ist unser „Garten“? Wo blühen wir? Gottes Plan ist es nicht, dass wir alleine blühen, nur für uns selbst Gaben und Talente einsetzen. Es soll in Ergänzung mit anderen stehen, den Blick weg von uns selbst. In Abhängigkeit von Ihm. Wenn wir das verinnerlicht haben, werden wir dankbar sein über das Kostbare, das in uns steckt, und uns von Herzen freuen können, über den Schatz, der im Anderen zum Vorschein kommt.

Die Reise zur Entfaltung unseres Potenzials und diesem „wofür“ ist oft nicht einfach. Es fühlt sich an wie eine anstrengende Bergtour. Es kommt einem manchmal so vor, als wären schwere Türen mit extra Riegeln verschlossen, um uns davon abzuhalten, ans Ziel zu gelangen. Manchmal ist es unterwegs sehr schmerzhaft und kostet viele Tränen. Aber es lohnt sich, weiterzulaufen. Denn Gott hält für dich heimliche Schätze bereit und er sehnt sich danach, dass du sie entdeckst. (Jesaja 45,2+3)

 

Amelie Kullen ist 34 Jahre alt. Sie ist glücklich mit ihrem Mann Christoph verheiratet und bald Mama von 3 Kids. Sie liebt die Schönheit der Natur, sowie das Reisen in ferne Länder.

Als gelernte Schauspielerin begeistert sie jegliche Form von Kreativität. Ihre Leidenschaft ist das Prophetische Tanzen, aber auch das Restaurieren alter Möbel. Ihr Herz brennt dafür, Menschen für Jesus zu begeistern und innere Heilung, Freisetzung und das Leben der eigenen Berufung in Menschen aufblühen zu sehen.

 

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