Alle, die mich kennen, wissen, dass ich Schmuck sehr liebe. Vor kurzem habe ich einen Diamantring geschenkt bekommen. Dieser Ring strahlt so wunderschön.

Das Großartige an Diamanten ist, dass sie Eleganz ausstrahlen, edel und außerordentlich wertvoll sind. Außerdem gelten sie als Symbol für Stärke und Treue. Ein Diamant zählt zu den härtesten Stoffen in der Natur. Diamanten sind echt faszinierend und sie hinterlassen bleibenden Eindruck. Es ist bestimmt kein Zufall, dass viele Frauen Diamanten so sehr mögen.

In Jesaja 41,10 steht, dass Gott sein Volk stärkt bzw. stark macht. Ich bin überzeugt, dass Gott auch uns Frauen damit meint. Gott möchte, dass wir Frauen unsere wahre Stärke entdecken und damit Seite an Seite mit den Männern sein Königreich bauen und einen Unterschied in dieser Gesellschaft machen.

Diamanten können uns für diesen Prozess als gutes Beispiel dienen. Bevor ein wertvoller Diamant entsteht, braucht es verschiedene Voraussetzungen:

Es braucht ein ganz bestimmtes Element, das die Eigenschaft hat, Bindungen einzugehen, die es hart und dadurch widerstandsfähig oder „stark“ machen. Es kann nicht irgendein Element sein. Es muss Kohlenstoff sein.

Wir Frauen haben ganz bestimmte Eigenschaften in uns. Gott hat uns dazu bestimmt, dass unsere Stärke und unser Wert zum Vorschein kommen.

Druck macht uns stark

Ein Diamant entsteht unter starkem Druck und glühender Hitze. Dadurch werden Kohlenstoffatome zu Rohdiamanten zusammengefügt.

Mich haben die herausforderndsten Situationen meines Lebens am meisten gestärkt. Wir können Herausforderungen ertragen, davor fliehen oder sie meistern und davon Gewinn erzielen. Wenn wir sie ertragen, werden wir vielleicht irgendwann hart und bitter. Fliehen wir vor ihnen, kann es sein, dass wir Gottes Bestimmung für unser Leben verpassen. Wenn wir aber lernen, die Herausforderungen gemeinsam mit Gott zu bezwingen, dann werden diese uns dienen und für uns arbeiten. So wie es in Römer 8,28 steht: „Alle Dinge müssen uns zum Guten dienen.“

Aber glauben wir das wirklich, wenn es hart auf hart kommt?

Viele Jahre meines Lebens habe ich mich immer auf zwei Personen besonders verlassen. Und um ehrlich zu sein, habe ich mich auch hinter ihnen „versteckt“. Durch verschiedene Situationen erlebte ich, dass das Einzige, was mir Halt gibt, die persönliche Beziehung zu Gott ist. Nur er kann mich durch „den Druck und die Hitze des Alltags“ bringen und er stärkt mich dadurch.

Raus aus der Komfortzone

Ein Diamant wird unter viel Aufwand aus dem Erdreich herausgeholt. Hierbei kommen große Maschinen zum Einsatz und es muss viel Erde abgetragen werden. Genauso ist es doch auch oft mit uns Frauen. Wir lieben es, einen sicheren Ort zu haben. Wie ein Diamant erst einmal gefunden werden muss, damit seine Stärke und sein Wert zum Vorschein kommen kann, müssen auch wir uns aus unserer Komfortzone herausholen lassen. Erst dann können unsere wahre Stärke und unser wahrer Wert zum Vorschein kommen.

Der Feinschliff

Ein Diamant wird von einem Diamantenschleifer zerteilt, geschliffen und poliert. Dies gibt ihm eine einzigartige Note und bringt ihn zum Strahlen. Dieser Prozess erfordert Zeit und Präzision.

In unserem Leben ist es genauso. Jede von uns hat Bereiche, die bearbeitet werden müssen, damit Gottes Schönheit und seine Stärke zum Vorschein kommen können. Gott ist derjenige, der uns schleift. Sein Werkzeug sind unter anderem unsere Mitmenschen.

Welche Menschen dürfen in unser Leben hineinsprechen? Lassen wir konstruktive Kritik zu?

Sehen wir es doch einmal so: Gott schleift uns dadurch gerade zu einem einzigartigen Brillanten.

Transparenz und Authentizität

Je reiner ein Diamant ist, desto wertvoller ist er auch. Bei Diamanten spricht man von Einschlüssen, die den Wert verringern. Es handelt sich dabei um Fremdkörper, die in dem Stein eingeschlossen sind.

Wahre Stärke zeigt sich in Authentizität. Ich bin davon überzeugt, dass Jesus in unserer Schwachheit stark ist. Die stärksten Beziehungen wachsen nur auf einer Basis von Offenheit und Ehrlichkeit. Stärke heißt nicht Perfektion. In den Medien wird uns Makellosigkeit propagiert. Doch das ist nicht echt. Lasst uns echt sein! Wir brauchen gute und vertrauenswürdige Menschen, die uns helfen, unsere Einschlüsse ans Licht zu bringen. Wir dürfen echt sein und müssen uns nicht verstellen.

Da jeder Diamant unterschiedlich ist, handelt es sich bei jedem Diamanten um ein Unikat. Auch wir sind einzigartig und unvergleichlich. Mit diesem Bewusstsein sollten wir uns gegenseitig wertschätzen und stärken.

Wir leben in einer spannenden Zeit. Gott ist dabei, uns Frauen in unsere Bestimmung zu führen. Er gibt uns Stärke und Wert, damit wir strahlen und seine Herrlichkeit zum Ausdruck kommt.

 

Irini Wemyss

Irini ist 36 Jahre alt, verheiratet mit ihrem Mann Benjamin und hat zwei wundervolle Töchter, Melina und Iliana. Sie arbeitet als Lehrerin in einer Grundschule, genießt ihre Rolle als Mutter und Frau in dieser Zeit. Verschiedene Umstände in ihrem Leben führten dazu, ihre Identität und Stärke allein bei Gott zu suchen. Ihr Herz schlägt dafür, dass Frauen und Männer, Jung und Alt, ihre wahre Bestimmung erkennen und ergreifen und ihr gottgegebenes Potenzial voll ausschöpfen.

Es war ca. 1951 in Oslo, Norwegen – meine Oma hatte zwei kleine Jungs, 3 und 5 Jahre alt. Ihr Mann war plötzlich einfach zur See gegangen, ohne sich wirklich zu verabschieden. Jetzt saß sie alleine da, mit ihren kleinen, wilden Jungs. Was sollte sie tun?

 Um das Gesicht nach außen zu wahren, wusch sie jeden Abend die wenigen Kleidungsstücke ihrer Jungs, damit sie morgens sauber angezogen aus dem Haus gehen konnten. Das war wichtig, denn was würden die Leute sagen, wenn ihre Kleinen dreckig herumlaufen würden? Um ihre kleine Stadtwohnung zu finanzieren, konnte sie bei ihrem Onkel im Gemüseladen und später auf dem Markt Gemüse verkaufen. Die Jungs waren tagsüber dann mehr oder weniger auf sich gestellt.

An vielen Abenden hätte sie am liebsten vor Erschöpfung alles hingeschmissen und einfach nur geweint. Doch das konnte sie nicht – ihr Durchhalten war für die Jungs ja existenziell!

 Sie brachte ihren Jungs bei, dass starke Mamas niemals weinen.  Auch die Jungs sollten auf die Zähne beißen, denn nur so konnte man gut überleben in dieser harten Welt.

Ich glaube, dass viele von uns ähnlich geprägt wurden und wir denken, dass Stärke gleich Härte ist. Uns wurde vermittelt: Emotional sein, ist gleich schwach sein und weinen ist ein Zeichen von mangelnder Widerstandskraft. Hast du das auch schon mal gedacht? Das kann zu Festlegungen führen, die uns steuern.

So wie: Um auf Leadership-Ebene respektiert und gehört zu werden, muss man beweisen, dass man etwas aushalten kann. Man muss eine dicke Haut haben usw.  Diese Art zu leben ist sehr anstrengend, denn wir wurden mit Emotionen geschaffen. Sie dauerhaft zu unterdrücken bringt uns in eine ungesunde Situation.

 Ich persönlich glaube, dass Emotionen etwas sehr Kraftvolles und Positives sind, denn sie sind uns von unserem Schöpfer geschenkt. Jedoch sollten wir uns nicht von unseren Gefühlen beherrschen lassen, sondern lernen, sie wahrzunehmen und zu verstehen und richtig mit ihnen umzugehen. Emotionen können Warnhinweise sein, die uns etwas über unseren seelischen Zustand sagen. Sie können uns aber auch etwas über Situationen sagen, indem wir Dinge wahrnehmen, die Störfaktoren sind. Das kann extrem hilfreich sein.

 Wir müssen jedoch verstehen, dass die Emotionen an sich uns nicht stark machen – sondern die Wahrheit macht uns stark. Wenn wir lernen, dass Wahrheit über den momentan empfundenen Fakten steht, bringt das Stabilität und Stärke in unser Leben. Dafür müssen wir aber definieren, was Wahrheit ist. Oft werden wir in einer emotionalen Situation die Fakten als Wahrheit empfinden. Die Bibel sagt uns aber, dass Gottes Wort die Wahrheit ist. Das, was Gott sagt, ist Wahrheit. Es ist die Realität, die in unserem Inneren Stabilität bringt, auch wenn die Umstände instabil sind.

 Wie funktioniert das praktisch? Vielleicht fühlst du dich momentan unfähig, eine Situation zu lösen. Das ist momentan eine Tatsache – dieses Gefühl ist echt. Es kann ganz schön überwältigend sein. Und doch gibt es etwas, das stärker ist und dir helfen kann, aus diesem Gefühl rauszukommen: Das Wort Gottes sagt uns, dass Er in unserer Schwachheit stark ist und uns zur Hilfe kommt (2. Korinther 12:9). Die Bibel sagt uns auch, dass der Heilige Geist uns Weisheit gibt, wenn wir nicht weiter wissen (Jakobus 1:5).

Diese Wahrheit steht über den Fakten, die oft scheinbar lauter sprechen. Wenn wir das als Realität in unserem Leben annehmen und zulassen, dass Gott uns hilft, werden wir stark und frei. Denn die Stärke ist dann nicht mehr von unserer Leistung und Genialität abhängig, sondern von Gottes Gnade, die wir empfangen dürfen, und zwar jeden Tag neu.

 Meine Oma war eine starke, aber auch eine zerbrochene Frau. Sie hatte in ihrem Leben als Realität nur die Fakten, mit denen sie täglich zu kämpfen hatte. Das hat leider viel Schmerz und Bitterkeit in ihrem Herzen verursacht. Erst sehr viel später hat sie entdeckt, dass Jesus für alle diese Schmerzen am Kreuz den Preis bezahlt hat und ihr dadurch einen Zugang zu Heilung geschenkt hat.

Warte nicht dein ganzes Leben darauf, dass die Schmerzen in deinem Herzen sich irgendwie aufheben. Wenn du in deiner eigenen Kraft versuchst stark zu sein, wird das dein Herz belasten und Bitterkeit wird Raum bekommen. Vertraue Gott, dass seine Wahrheit tragfähig ist und du dich ganz auf seine Stärke verlassen kannst. Dann wirst du in deinem Alltag, mit all den Herausforderungen, denen du begegnest, stark sein!

„Zum Schluss noch ein Wort an euch alle: Werdet stark, weil ihr mit dem Herrn verbunden seid! Lasst euch mit seiner Macht und Stärke erfüllen!“ Epheser 6:10

Kristin Reinhardt

Kristin ist Initiatorin und Leiterin von Wertvoll und mit ihrem Mann Tim, Teil des Core Teams im Gospel Forum. Sie möchte Teil davon sein, wenn eine große Schar von Mädels und Frauen aufsteht, um die frohe Botschaft auszurufen, gemäß Psalm 68:12. Eine ganze Armee von Frauen, die für etwas Größeres leben, als nur für sich selbst. Sie will sehen, dass Menschen im Wort Gottes gegründet sind und den Traum Gottes für ihr Leben entdecken.

Als ich die Anfrage erhielt, meine Erfahrungen mit Inspiration zu teilen, durfte ich sofort ihre erste Charaktereigenschaft erleben: Inspiration kann nicht erzwungen werden. Ich habe mehrere Stunden damit verbracht, mir Gedanken zu machen, und der Funke ist einfach nicht übergesprungen.

Doch was genau ist dieser Funke, den wir Inspiration nennen? Ich bin eine Researcherin – das Erste, was ich mache, ist die altbekannte Suchmaschine Google anzuschmeißen. Wikipedia definiert es folgendermaßen: „Unter Inspiration […] versteht man allgemeinsprachlich eine Eingebung, etwa einen unerwarteten Einfall oder einen Ausgangspunkt künstlerischer Kreativität.“ Zusätzlich nennt sie der Duden einen ‘schöpferischen Einfall, Gedanken[…]‘. Wow! Ich finde es unglaublich schön, dass sie einen schöpferischen Aspekt hat. Wir können die Welt durch Inspiration mit etwas Neuem bereichern.

Doch wenn es, wie bei Wikipedia beschrieben, ein unerwarteter Einfall ist, stellt sich die Frage: Wie kommen wir zu diesem?

Bei mir sieht das folgendermaßen aus: Das Erste, was ich für Inspiration brauche, ist das richtige Setting; die Umstände müssen passen. Heute Morgen musste ich erstmal einiges erledigen, bevor ich mit diesem Artikel starten konnte. Sprich, wir müssen Ablenkungen entfernen. Wenn ich bei der Arbeit neue Konzepte entwickle, kann ich das nicht, wenn die ganze Zeit neue Email-Eingänge aufleuchten. Ich muss alles um mich herum stummschalten. Das bedeutet aber auch, den Alltagsstress abzuschalten. Er ist definitiv unser Inspirationskiller Nummer 1.

Wenn ich das geschafft habe, was genau inspiriert mich dann?

Bei der Arbeit sind es meine Kollegen. Brainstorming ist eine unserer häufigsten Methoden. Wir setzen uns zusammen und sammeln Ideen, sowohl gute als auch nicht so gute. Es geht darum, andere Denkweisen, andere Aspekte zu sehen, die mich über meine Sichtweise hinausdenken lassen und somit inspirieren. Beim Tanzen sieht das Ganze so aus: Ich versuche, viel Unterricht bei verschieden Tanzlehrern und in unterschiedlichen Tanzstilen zu nehmen. Denn nur so kann ich mein „Vokabular“ erweitern, lerne es neu zusammensetzen – und im Tanz entsteht dann eine eigene „Sprache“.

Zudem muss Inspiration dem eigenen Inneren entspringen. Ich kann keinen Happy-Clappy-Tanz choreografieren, wenn es mir in dieser Zeit nicht gut geht. Häufig verarbeite ich Prozesse, die ich selbst durchmache, in einem Tanz. Und genau diese Gefühle, die sich dann in mir abspielen, inspirieren mich. Das können auch traurige, angsteinflößende oder verwirrende Gefühle sein. Aus jeder Art von Gefühlen kann Inspiration und damit Kreativität fließen. Aber klar, am schönsten ist es, wenn sie durch positive Gefühle hervorgerufen wird. Und dann heißt es ausprobieren. Oftmals bedeutet das für mich – freestylen! Im Tanzen heißt das, die Musik anzumachen und einfach los zu tanzen. Man verwendet die Schritte, die man vorher gelernt hat, und setzt sie auf eigene Art und Weise zusammen – so entsteht dann eine neue Choreografie.

Um das Ganze abzurunden, sollte man die richtigen Tools verwenden. Beim Tanzen muss die Musik stimmen; ohne den richtigen Beat und Text wird die Choreografie lange auf sich warten lassen. Beim Schreiben muss ich beispielsweise die Frage beantworten: Fließen die Wörter, wenn ich am Computer tippe oder eher, wenn ich auf Papier schreibe?

So, und jetzt zum wichtigsten Tipp überhaupt: Wir dürfen den Heiligen Geist einladen. Das darf auch ein kurzes: „Heiliger Geist, komm und inspiriere mich, schenke mir deine Kreativität“ sein. Denn wenn Inspiration ein Einhauchen von neuen Gedanken/Ideen ist, so ist Er doch die beste Quelle, die wir haben können. Letztendlich hat Er Inspiration und Kreativität erschaffen. Und ich durfte das schon so oft erleben, dass Er mir genau dann die richtigen Schritte für einen Tanz zeigt oder Ideen plötzlich aus dem Nichts auftauchen. Das läuft Hand in Hand damit, Kontrolle abzugeben und Ihn einfach machen zu lassen. Wie anfangs schon beschrieben, können wir Inspiration nicht erzwingen. Sie kommt oftmals unterwartet. Bei mir sieht das oft so aus: Wenn ich abends im Bett liege und kurz vor dem Einschlafen bin, dann kommt plötzlich ein Funke, und Inspiration überflutet mich. Das kann auch dazu führen, dass ich nochmals aufstehe, um etwas niederzuschreiben oder Tanzschritte auszuprobieren. Auch bei diesem Artikel bin ich davon nicht verschont geblieben 😊. Doch es ist die Sache wert, denn meine besten Ideen kommen in diesen Momenten. Das bedeutet jedoch nicht, dass du jetzt abends im Bett liegen und auf Inspiration warten musst. Bei mir persönlich sind es diese Momente, in denen ich alles um mich herum loslassen kann. Bei dir kann das auf einer Bahnfahrt, bei einer Sporteinheit oder beim Filmschauen passieren. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt. Das Wichtigste ist herauszufinden, wann bei dir Inspiration fließen kann – und lässt du dich darauf ein?

So, jetzt hast du einen kleinen Einblick erhalten, wie ich Inspiration erlebe oder auch kleine Tricks anwende, um sie hervorzukitzeln. Inspiration wird nicht immer in den selben Momenten zu dir kommen wie zu mir. Doch ich möchte dich herausfordern, selbst herauszufinden, wie du am besten inspiriert wirst – und mit deiner Inspiration dann die Welt zu bereichern!

 

Christin  Siegle ist Entwicklungsingenieurin bei der Porsche Engineering GmbH und arbeitet dort als Testmanagerin mit internationalen Teams zusammen. Vor ihrem Studium der Wirtschaftswissenschaften, war Christin 3 Jahre mit YWAM (Jugend mit einer Mission) unterwegs. Dabei hat Sie an unterschiedlichen Missionseinsätzen teilgenommen und hat diese später auch geleitet. Ihre große Leidenschaft ist das Hip-Hop Tanzen, sowie das Snowboarden, wobei Sie bei beiden Sportarten auch als Trainerin immer vollen Einsatz zeigt.Ihre Gaben setzt Christin gezielt für das Reich Gottes ein. So ist Sie auch seit 3 Jahren Teil des Wertvoll Tanz-und Kreativ-Leitungsteam.

Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weitergehen. Ein flotter Spruch, der ermutigt weiterzumachen. Aber ein flotter Spruch alleine reicht oft nicht aus, um langfristig inspiriert zu bleiben.

Gott ist so kreativ, dass er viele Möglichkeiten findet, um uns zu inspirieren. Oft haben mich die Lebensgeschichten von Frauen inspiriert, die sich in einer ähnlichen Situation befinden wie ich. Ich hatte im Jahr 2010 eine Vision für eine Unternehmensgründung, aber mein Ehemann war schwer herzkrank und so drehte sich in den folgenden Jahren vieles hinsichtlich unserer Lebensplanung um dieses Thema. Jahr für Jahr dachte ich, dass es vielleicht dieses Jahr einen Weg geben könnte, meine Firma zu gründen. Ich fragte mich oft, ob ich Gott vielleicht sogar falsch verstanden hatte.

In diesen zehn Jahren des Wartens hat mich u.a. die Geschichte von Maria Prean inspiriert. Nach dem Tod ihres Ehemanns schrie Maria verzweifelt zu Gott und im Alter von über 60 Jahren fing sie erst mit dem großen Lebenswerk in Uganda an, das bisher zehntausenden Kindern die Chance auf ein besseres Leben gegeben hat. Oder meine 94-jährige Freundin Myra Janco Daniels, deren Ehemann ebenfalls verstarb, als sie über 60 war und sie erst danach Spenden in Höhe von 400 Millionen Dollar sammelte, um den Naples Philharmoniker und das Kunstmuseum in Florida aufzubauen. Solche lebenden Beispiele in meinem Umfeld bekräftigten meinen Glauben und inspirierten mich, Gott weiter zu vertrauen.

Gott inspiriert mich auch, wenn ich merke, wie er mit mir redet. Ich hatte mich 2017 für die TV-Sendung Das perfekte Dinner angemeldet, aber ich konnte aufgrund des kritischen Gesundheitszustands meines Mannes nicht teilnehmen. Zwei Jahre später hörte ich plötzlich innerlich eine klare Frage: „Was machst du, wenn sie dich jetzt anrufen?“ Ich sagte gleich: „No way! Jetzt bin ich dabei, mein Leben als Witwe neu zu ordnen und habe so viele Dinge vor.“ Dann fragte ich bewusst: „Bist du das, Heiliger Geist? Wenn diese Frage von dir kommt, und du eine einzige Person mit meiner Teilnahme erreichen kannst, dann stelle ich mich dir zur Verfügung.“ Und tatsächlich rief mich die Redaktion 16 Stunden später an, zwei Jahre nach dem ersten Kontakt. Ich war die einzige wiedergeborene Christin in unserer „Stuttgarter Gruppe“ und konnte mein Zeugnis oft während der Drehwoche weitergeben. Leider wurden alle Glaubensthemen für die ausgestrahlte Folge herausgeschnitten, aber meine Mitstreiter und alle Mitarbeiter der Redaktion und der Fernsehcrew haben es mehrere Male mitbekommen. Das Bewegendste für mich war, dass zwei von den vier anderen Kandidaten Krebs haben, und ich ausgerechnet zu diesen Beiden die engste Beziehung habe. Eine ist bereits austherapiert und hat nur noch eineinhalb Jahre zu leben. Sie und ich tauschen uns oft aus und ich bete, dass sie noch eine lebendige Beziehung zu Jesus bekommt.

Es wäre fantastisch, wenn Gott über Instagram oder WhatsApp eine Privatnachricht schicken würde, um uns auf die Sprünge zu helfen. Vielleicht macht er das auf seine Art und wir dürfen lernen, sein Reden immer besser zu erkennen. Ein Schöpfergott, der diese Erde so vielfältig erschaffen hat, der aus Wasser den leckersten Wein auf der Party kreierte und selbst einem unwissenden Mann vermittelte, wie er eine riesige Arche bauen soll, obwohl dieser nie zuvor einen Ozean gesehen hatte… Dieser Gott hat sicherlich viele Möglichkeiten, um uns zu inspirieren! Aber erkennen wir immer, wie und wo er zu uns redet und uns sogar einen inspirierenden „Schubs“ in die richtige Richtung gibt?

In der Schöpfungsgeschichte lesen wir:

Am Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde.  Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis war über der Tiefe…

Interessant, dass Gott die Erde geschaffen hat und sie anfangs ohne Form, dunkel und nichtig war, nachdem er sie erschaffen hatte. Ich fragte mich, warum die erste Phase ihrer Entstehung formlos und leer war. Im nächsten Vers heißt es, dass der Heilige Geist über diesen Dingen schwebte.

Könnte es sein, dass Gott zunächst eine blanke Leinwand vorbereitet hat und danach den Heiligen Geist zum kreativen Gestalten einlud, bevor er anschließend proklamierte: „Es werde Licht!“?

In-Spir-ation: Wenn man das englische Wort anschaut, sieht man „in Spirit.“ Das machte mich neugierig, und ich recherchierte, wie „Inspiration“ übersetzt wird. Das hebräische Wort für INSPIRATION wird oft mit Odem, Atem des Lebens oder Hauch übersetzt.

Auch das Wort „Geist“ aus den ersten Zeilen der Schöpfungsgeschichte wird u.a. mit Wind, Hauch, Odem, Luft, Atem übersetzt. Die beiden Begriffe „Geist“ und „Inspiration“ sind zwar nicht austauschbar, aber sie scheinen verwandt zu sein, denn ihre Definitionen beinhalten ähnliche Bedeutungen.

Ich möchte keine Theologie daraus machen, aber die Idee gefällt mir: Vielleicht sollte ich bei neuen Ideen so vorgehen, dass ich sie zunächst ohne Form und Details in mir ruhen lasse. Ich bitte dann den Heiligen Geist um seinen kreativen Beitrag und mache danach die nächsten Schritte.

Sich von Gott inspirieren zu lassen hat mit Vertrauen zu tun. Sein Wort sagt uns eindeutig, dass ER das Wollen und Wirken in uns zu seinem Wohlgefallen vollbringt (Phil 2,12-13). In Sprüche 16,3 werden wir ermutigt, unsere Werke dem Herrn anzuvertrauen und unsere Pläne und Vorhaben werden zustande kommen. Die Einlösung seiner Versprechen beginnt mit unserem Vertrauen, unserem Loslassen und unserer Hingabe an denjenigen, der uns niemals vergisst oder alleine lässt.

 

Bettina Schuh trägt als erste Identität die eines Kinds Gottes und Nachfolgerin Jesu. Danach als Ehefrau von Artur, dann Geschäftsfrau/Unternehmerin, und zuletzt die einer aus den USA stammenden Wahl-Deutschen, die Deutschland und ihre neue Heimat Pforzheim mit ganzem Herzen liebt. Ihr Herz brennt dafür, dass die Verlorenen die Gnade und Liebe Gottes erfahren. Bettina ist 56 Jahre alt und hat zwei Studiengänge in BWL und Wirtschaftsprüfung in den USA (Bachelor) und Deutschland (MBA) absolviert. Während einer beruflichen Auszeit entdeckte sie ihre Liebe zum Wort Gottes, zur Gemeinde Christi und zu den Verlorenen, nach denen Jesus sich sehnt. Nach vielen Jahren als internationale Führungskraft bei Fortune 500 Konzernen gründete sie im März 2020 das Unternehmen, das Gott ihr zehn Jahre zuvor aufs Herz gelegt hatte: sie verbindet nun ihre Gaben als Geschäftsfrau mit ihrem Hobby Backen und produziert selbstgebackene, authentische amerikanische Cookies. Diese bringt sie an gewerbliche wie private Cookies-Liebhaber über Direktakquise und ihren Onlineshop. Jeder, der es hören will, erzählt sie von ihrer Gottesbeziehung und Seiner Treue, Liebe und fortwährender Inspiration. Ihre Vision ist es, deutsche Herzen – mit einem leckeren Cookie nach dem Anderen – zu verändern und das Leben ihrer Kunden und MitarbeiterInnen mit der Liebe Gottes zu versüßen, wo und wie immer das geht!

 

 

 

Kurz vor unserem Sommerurlaub – in einer richtig turbulenten und vollgepackten Woche – hat mein Handy beschlossen, nicht mehr angeschaltet werden zu wollen. Aus für mich heiterem Himmel. Es gibt da schon einen Grund, sagte der Herr im Handyladen. Wer die Meldungen nicht beachtet, dass der Speicher voll ist und Platz schafft, riskiert den Shutdown des Geräts.  Ich hatte es unendlich viele Male ignoriert, habe noch ein Video und noch ein paar Fotos drauf gepackt. Bis eben nichts mehr ging. Das Handy konnte wiederhergestellt werden, allerdings auf die für mich sehr schmerzhafte Tour. Alle Daten gelöscht. Das Handy funktionierte wieder einwandfrei. Ohne ein einziges Foto drauf. Dafür mit viel Platz für neue…

Funktionieren wir Menschen nicht genauso? Wir werden träge und müde, wenn wir in unserem Leben keinen Platz für Neues lassen. Wir MÜSSEN entdecken, lernen oder in irgendeiner Form gestalten. Wir sind nicht dazu bestimmt, von Erinnerungen zu zehren und nur zu funktionieren. „Siehe, ich wirke Neues.“ sagt Gott in Jesaja 43, 19 zu seinem Volk. Und einen Vers vorher fordert er es auf, nicht mehr auf das Vergangene zu achten. Es ist die Voraussetzung dafür, dass Gott Neues durch uns schaffen kann; indem wir dem Vergangenen nicht die größere Aufmerksamkeit schenken als dem, was Er genau JETZT in unseren Leben tun möchte.

Ich habe nicht an all die neuen Daten gedacht, die auf meinem Handy Platz brauchen. Ich habe ständig nur die alten verwaltet. Ich habe nicht dafür gesorgt, dass neue Erinnerungen darauf gespeichert werden können. Es waren ja auch überhaupt keine unnötigen oder schlechten Dinge, die ich da verloren habe. Im Gegenteil. Auch die Stelle in Jesaja 43 spricht nicht von schlimmen Erfahrungen, auf die das Volk nicht mehr achten soll. Es ist vielmehr der mit vielen Wundern verbundene Auszug aus Ägypten gemeint (vgl. Jeremia 16, 14). Es ist also nicht nur der unnötige Ballast, der Innovation verhindert. Definitiv kosten uns Groll und Bitterkeit, aber auch Sorgen und Angst wertvollen Speicherplatz in unseren Herzen. Es können aber genauso auch Ereignisse sein, die wir nicht loslassen können – die unsere Aufmerksamkeit von dem ablenken, was JETZT wichtig ist. Es passiert oft unbewusst und schleicht sich ein. Wir merken gar nicht, wie die Tage vergehen, an denen wir uns mit der Verwaltung von altem Ballast beschäftigen. Tage, an denen wir die Unordnung von Gestern aufräumen und keine Energie mehr dafür haben, über Morgen nachzudenken. Tage, in denen wir keine Gelegenheit finden, Gott zu fragen, was seine Perspektive ist und mit ihm einen Blick in Richtung Zukunft werfen.

So oft erwische ich mich dabei, wie ich in besonders herausfordernden Zeiten die Luft anhalte, innerlich den Liegestuhl am Meer anvisiere und die Entstehung von neuen Ideen oder einer neuen Vision dorthin verschiebe. Bis ich dann auf besagtem Liegestuhl sitze und im Rückblick merke, wie viel Neues Gott in mir gerade in den turbulenten Zeiten hervorgebracht hat. Wieviel ich lernen durfte, wieviel ich aber auch Neues gestalten konnte. „Erkennt ihr es denn nicht?“ heißt es in Jesaja 43 weiter und spricht genau in diese Situationen. Wir müssen Ihn nur bitten, dass Er es uns zeigt. Wir dürfen erwarten, dass Er in den verrücktesten Zeiten Neues in uns und auch durch uns schafft.

Durch die Bibel ziehen sich unzählige Geschichten von göttlichen Begegnungen und Veränderungen – ja absolut innovativen Ereignissen – die sehr weit weg waren vom Liegestuhlmoment. Gott kam und kommt so oft in die für uns unpassend erscheinenden Situationen, die aber in erstaunlicher Weise ein Leben grundlegend verändern können.

Wie oft habe ich schon die Erfahrung gemacht, dass neue Impulse oder kreative Ideen mitten in den stressigsten Zeiten entstehen. Nicht im perfekten Moment am Strand, wenn die Sonne meine Nase kitzelt und ich dem Meeresrauschen lausche. Sondern in einer vollen U-Bahn, wenn plötzlich ein spontanes Gespräch mit einer Fremden entsteht. Oder in einem Meeting, das ich reinquetschen musste, an dem ich aber plötzlich staunen muss, mit welch motivierten und humorvollen Leuten ich zusammenarbeiten darf. Sie entstehen, wenn ich mit offenem Herzen zu meinen Tanzschülern gehe oder wenn ein Tag so richtig daneben war und ich mir erlaube, über den Kontrollverlust zu lachen. In solchen Situationen merke ich plötzlich, wie ein Tanz – eine Choreografie – in meinem Kopf entsteht. Wenn ich mich darauf einlasse, nicht die Luft anhalte, sondern tief ein- und wieder ausatme. Wenn ich mich nicht vom Moment überrollen lasse, sondern das entdecken will, was mir Gott genau JETZT Neues zeigen möchte und was mich wiederum dazu inspiriert, innovativ zu handeln.

Lasst uns das Neue im Alltag erwarten und Platz in unseren Herzen dafür lassen. Lasst es uns nicht auf später verschieben. Ich glaube, da wartet noch sehr viel Erstaunliches auf uns.

 

Maresa Urban hat als ausgebildete Tänzerin und Tanzpädagogin ihr größtes Hobby zum Beruf gemacht und dann Kulturmanagement (BA) studiert. Sie ist Mama einer 2-jährigen Tochter, mit der sie jeden Tag Neues entdecken darf. Seit 2016 ist sie im Leitungsteam von Esther Ministries Stuttgart, einem Verein, der sich für Opfer von Zwangsprostitution einsetzt. Ihr Herz schlägt für die Abschaffung von Menschenhandel, für Kunst und Kreativität – in und außerhalb der Gemeinde, fürs Schreiben und gute Bücher. Das Kochen überlässt sie dafür ihrem Mann.

Heute möchte ich ein paar Gedanken zum Thema Innovation mit euch teilen. Das Wort Innovation wird inzwischen recht inflationär für alles Neue, modern Klingende und Erfolgsversprechende verwendet. Denn Innovation scheint der Schlüssel zu Erfolg. Liest man in Mk 2,21-22, dass ein neuer Flicken nicht auf ein altes Kleid genäht wird und der neue Wein in neue Schläuche gefüllt wird, bekommt man den Eindruck, das Neue ist immer das Bessere. Aber was ist mit dem Altbewährten? Denn gleichzeitig sagt uns die Bibel auch in 1Joh 2,24: „Was ihr nun von Anfang an gehört habt, das bleibe in euch!“ Dies ermutigt uns eher, nicht auf jede neue Welle aufzuspringen. Was soll nun unser Fokus sein?

Gott ist ein durch und durch innovativer Gott. Er schafft Neues, wo es nichts gibt. In seiner Dreieinigkeit gibt es Raum für Neues und Kreatives. Der Geist Gottes ist die größte Inspirationsquelle dafür und Jesus ist ständig neue Wege gegangen; häufig waren sie so neu, dass seine Nachfolger sie nicht verstanden haben.

Gottes Wort – die Quelle der Innovation.

Das Wort Gottes hat hierbei eine besondere Bedeutung: Gott schafft Neues durch sein Wort (1Mo 1,3), das immer dasselbe bleibt und doch Neues hervorbringt. Sein Wort ist unsere Quelle der Innovation. Sie ermutigt uns ständig, nicht da stehen zu bleiben, sondern weiter zu gehen, dazu zu lernen und uns verändern zu lassen.

Unterwegs mit Gott. Unterwegs zu Neuem.

Das Volk der Israeliten war buchstäblich mit Gott ständig unterwegs. Sie mussten alte Wege zurück lassen (insbesondere die Fleischtöpfe Ägyptens und ihre Sklavenmentalität) und mussten eine neue Denkweise und neue Identität finden. Vieles war neu: das Manna vom Himmel, das Wasser aus dem Felsen. Mose verbrachte Zeit allein mit Gott, um Inspiration für seine Arbeit zu bekommen und sich zeigen zu lassen, wie er das Zelt der Begegnung bauen sollte, ein Zelt das es so noch nie gab (2Mo 25,40). Er war ein Mann, der nicht nur die Werke Gottes kannte, sondern die Wege Gottes (Hebr 3,9-10). Werke erkennt man als Resultat in der Rückschau. Wege kennt man nur, wenn man gemeinsam unterwegs ist. Die Propheten bewegten sich ständig in dem Glauben an Neues: die Wüste Israels, die jetzt kahl ist, wird blühen (Jes 41,18) und Gott wird seinem Volk ein neues Herz geben und einen neuen Geist in ihr Inneres legen (Hes 36,26). Wir sollen verwandelt werden von Herrlichkeit zu Herrlichkeit (2Kor 3,18) und unsere Sinne erneuern (Röm 12,2). Und auch wenn Jesus wieder kommt, werden wir alle verwandelt (1Kor 15,51), denn der auf dem Thron sitzt spricht: „Siehe ich mache alles neu!“ (Offb 21,5). All das spricht nicht von Stillstand, sondern von Aufbruch und Neues.

Innovation – eine geplante Veränderung?

Zunächst müssen wir uns einmal fragen, was Innovation denn wirklich ist. Der Duden definiert Innovation als eine „geplante und kontrollierte Veränderung“, eine „Neuerung in einem sozialen System durch Anwendung neuer Ideen und Techniken.“ Dies sagt uns, Innovation kommt nicht von alleine, sondern muss geschaffen werden und ist oft mit harter Arbeit verbunden. Aus einer Idee soll ein Produkt oder eine Dienstleistung geschaffen werden, die Mehrwert liefert, für den andere bereit sind zu zahlen. Für was sind Menschen schon bereit zu zahlen? Was gibt es, was es noch nicht gibt und wie finde ich es?

Was braucht es um innovativ zu sein?

  • Veränderung ist eine aktive Sache, die gewollt werden muss. Sie beginnt mit einer Entscheidung und ist manchmal harte Arbeit.
  • Wage das sichere Risiko! Sei offen für Neues. In Jesus hast du das feste Fundament und die Freiheit, Neues zu wagen.
  • Definiere das Problem, was es zu verändern gilt. Nimm dir eine Sache nach dem anderen vor, sei es eine Veränderung in deinem Charakter oder ein Projekt in deiner Arbeit.
  • Lass Inspiration ins Haus. Kreiere eine Atmosphäre für Inspiration. Verbringe Zeit mit Gottes Wort und die besten Ideen werden kommen. Die Ideen kannst du z.B. mit Hilfe des Design-Thinking-Prozesses weiterentwickeln und Lösungen schaffen.
  • Bleibe am Ball. Versetze dich in verschiedene Perspektiven. Vernetze dich mit anderen innovativen Menschen. Verlasse deine Komfortzone ab und zu.
  • Trainiere einen konstruktiven Umgang mit Fehlern und Kritik.

Gott bevormundet dich nicht, auch wenn er sich wünscht, dass du den nächsten Schritt in deinem Leben und in deiner Arbeit wagst. Bete nicht nur „Herr, verändere mein Herz!“, denn Gott hat dir die Entscheidung über dein Herz gegeben. Entscheide dich, dem Wort Gottes mehr Raum zu geben und die Veränderung wird durch Gottes Kraft sicher kommen.

 

Maren Steege studierte Wirtschaftswissenschaften und absolvierte einen Master of Theology. Sie arbeitet beim Generalkonsulat des Staates Israel als Repräsentantin in Baden Württemberg. Dabei vertritt sie den Staat Israel in Baden-Württemberg und schafft Brücken zwischen den beiden Ländern im Bereich Innovation, Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung und vielen anderen. Ihre große Leidenschaft ist es, Menschen miteinander zu connecten und zu sehen, wie Potenzial sich entfaltet. Maren Steege ist verheiratet und seit drei Monaten glückliche Mutter.

 

 

„Musst du wirklich noch für 3 Semester zurück ins Studium? Kannst du nicht einfach gleich bei uns weiterarbeiten?“

Das war eine verlockende Frage, die mir gestellt wurde, als sich das Praxissemester meines Studiums dem Ende neigte. Vor allem, weil ich direkt in dem Feld arbeiten durfte, für welches ich so eine Leidenschaft empfinde, dass ich überhaupt erst mit dem Studium angefangen hatte. Da war die Versuchung, das Studium abzubrechen und direkt ins Berufsleben einzusteigen und Menschen aus der Armut heraus zu helfen, doch für einen Moment sehr groß.

Doch tief in mir drin wusste ich, dass ich noch ein paar wichtige Dinge zu lernen hatte – eben auch im Studium. Das Semester danach war jedoch das herausforderndste überhaupt und ich war in den wenigen Monaten mehrmals kurz davor, alles hinzuschmeißen. Vieles von dem, was ich lernte, fühlte sich völlig nutzlos an und ich schien meinem Ziel wieder viel weiter weg zu sein als zuvor.

Doch dann durfte ich ins Auslandssemester gehen und dort Kurse frei belegen. Natürlich habe ich mir direkt alle Nonprofit-Kurse ausgesucht, die ich finden konnte, denn an meiner Business Schule gab es die nicht. Und letztendlich war ja das genau das Feld, was mich am meisten interessierte und wo ich noch relativ große Wissenslücken hatte. Endlich durfte ich nicht nur über Markenidentität und Zielgruppendefinierung lernen, sondern auch darüber, wie man genau diese Werkzeuge benutzen kann, um ganze Verhaltensmuster und Gesellschaftsströmungen positiv zu verändern. Ich durfte nicht nur über Geschäftsprinzipien und Management lernen, sonder auch darüber, wie man diese Prinzipien nutzen kann, um Betriebe und Organisationen zu gründen, die zwar wirtschaftlich arbeiten, aber trotzdem einen sozialen Zweck als oberste Priorität haben. Und ich durfte ganz viel über die wirtschaftliche Entwicklung, Geschichte und kulturellen Hintergründe des afrikanischen Kontinents lernen. Letzteres eigentlich hauptsächlich aus reiner Neugierde heraus. 

Was ich damals nicht wusste war, dass genau diese Fächer mich auf die nächsten vier Jahre vorbereiten würden, in denen ich eine gemeinnützige Organisation gründen würde und ein großes Bauprojekt in Südafrika mit betreuen würde. Eigentlich Projekte, die mir bei ganz sachlicher Betrachtung deutlich ein paar Nummern zu groß waren.

Heute, vier Jahre später, steht sowohl die gegründete Organisation noch da (ich hab es nicht vermasselt ) und das Bauprojekt ist abgeschlossen. Und in ein paar Wochen darf ich sogar wieder in genau dem Feld arbeiten, für das ich damals fast mein Studium abgebrochen hätte.

Warum erzähle ich dir diese Geschichte?

Ich glaube, dass ENTWICKLUNG ganz viel mit „Dranbleiben“ zu tun hat. Zwischen dem Ort, wo du startest und dem Ort, wo du hin möchtest, gibt es meistens ein ganzes Stück Weg. Vielleicht gibt es auch mehrere Wege. Aber eins weiß ich sicher: Wenn du dich entscheidest, aufzuhören, geht es gar nicht weiter. Und was manchmal wie eine Abkürzung aussieht, kann auch ein ganz schöner Umweg werden. Deshalb möchte ich dich mit dem ermutigen, was Gott damals zu mir gesagt hat, als ich eigentlich nur alles hinschmeißen wollte: BLEIB DRAN!

In der Bibel gibt es mehrere Geschichten, wo Menschen wussten, zu welcher Aufgabe oder Position sie berufen waren. Und trotzdem gab es den Prozess dorthin, in dem sie mehrmals versucht waren, alles aufzugeben, und einfach etwas anderes zu machen, oder einen scheinbar leichteren Weg zu gehen. Ein paar Beispiele, die mir da einfallen sind: Josef, Mose, David, Esther und ja, sogar Jesus. Jeder von ihnen musste sich mindestens einmal, manchmal sogar mehrmals in seinem Leben entscheiden, den anstrengenden Weg in seine Berufung hinein zu gehen, oder es auf dem eigenen Weg zu versuchen. Meistens haben sich in diesen Schlüsselentscheidungen dann ganz wichtige Eigenschaften in ihrem Charakter entwickelt, wie z.B. außergewöhnlicher Mut, Geduld, Demut, Gehorsam, etc.

Ich glaube, was mich damals auch noch sehr herausgefordert hat, war der Gedanke, dass ich nicht wusste, wofür ich das Gelernte jemals wirklich brauchen würde. Ich bin eigentlich jemand, der grundsätzlich neugierig ist und sehr gerne neue Dinge dazu lernt. Aber ich bin auch ein zielstrebiger Mensch und in der Vergangenheit ist es mir manchmal sehr schwer gefallen, mich auf das Lernen einzulassen, wenn ich den Sinn oder das Ziel dahinter nicht sehen konnte.

Ich habe aber die letzten paar Jahre gelernt, dass jede Situation das Potential hat, eine Lektion zu sein, in welcher Hinsicht auch immer. Und wenn ich die Möglichkeit habe, etwas dazuzulernen und mich weiter zu entwickeln, sollte ich diese Gelegenheit IMMER nutzen. Wenn ich nämlich zurück blicke, war ganz viel von dem, was mir so sinnlos erschien, im Nachhinein doch an vielen Stellen nützlicher als ich dachte. Bei manchen Dingen und Fähigkeiten, die ich mir angeeignet habe, weiß ich bis heute noch nicht, ob ich sie jemals wieder brauchen werde. Aber ich habe gelernt, dass man auch nie weiß, wann es vielleicht doch zur Anwendung kommt und dann zu einer Bereicherung für einen selbst und für andere wird.

Alles, was ich weiß, ist, dass Jesus uns dazu aufruft, das, was wir an Talenten und Kompetenzen haben, zu vermehren – es weiter zu ENTWICKELN – und letztendlich Gott, den Schöpfer selbst, dadurch zu ehren. (siehe Matthäus 25:14-30)

Deshalb habe ich mich festgelegt, dass ich dranbleiben werde. Ich werde weiter lernen. Ich werde weiter üben. Ich werde weiter machen. Ich will mich weiter zu der Person entwickeln, die Gott in mir sieht. Ich will mich in die Berufung hinein entwickeln, die Gott für mich hat. Dafür gibt es keine Abkürzung – nur einen Prozess. Und der verlangt Ausdauer und Vertrauen. Was ich weiß, ist, dass solange mir Gott auf dem Weg der Entwicklung voraus geht und ich ihm folge, komme ich auf jeden Fall ans Ziel.

Grace Reinhardt

„Grace ist 27 Jahre und hat nach der Schule ein Bachelorstudium in International Business mit einem Schwerpunkt auf Marketing und Strategie abgeschlossen. Da ihr Herz für soziale Gerechtigkeit schlägt, gründete sie noch während dem Studium ein Nonprofit-Startup. Seit vier Jahren arbeitet sie als Assistenz der Geschäftsleitung und Marketingverantwortliche in einem mittelständischen Unternehmen, während sie nebenher die Nonprofit-Organisation weiter führt. Ihr Wunsch ist es, dass Menschen Gottes Strategien für ihr Leben mehr und mehr entdecken und dadurch erkennen, dass Gott sie befähigt, für etwas größeres zu leben, als nur für sich selbst.“

Seit vielen Jahren bin ich in der Entwicklungszusammenarbeit tätig, was man früher Entwicklungshilfe nannte. Darum möchte ich gerne auf einen Teilbereich dieses großen und umfassenden Themas eingehen. Nämlich auf den, wie Entwicklung ganz praktisch aussieht.

Dabei geht es in diesem Text hauptsächlich um die persönliche Entwicklung. Wobei es mir auch wichtig ist, dass sich jede Leserin selbst die Frage stellt, was sie dazu beitragen kann, dass andere Menschen sich entwickeln können. Wenn ich mich persönlich weiterentwickle, wird es mir sehr wichtig sein, auch anderen bei diesem wichtigen Prozess zu helfen.

Was bedeutet für mich persönliche Entwicklung?Ganz praktisch: dass ich jeden Tag mindestens eine neue Sache dazulerne! Mal ist es eine größere Sache, mal auch nur ein paar kleine Dinge. Es gibt Tage, da fällt einem das Lernen ganz leicht. Und Tage, da hat man das Gefühl, den Lernstoff des Lebens kaum zu schaffen. Kognitive Inhalte empfinde ich meistens sehr viel leichter als die ganz persönlichen und charakterlichen Dinge.

Für mich ist oft eine bewusste Entscheidung der erste Schritt, um dazuzulernen. Nicht alles macht mir von Anfang an Freude. Aber vieles ist notwendig, um dann an den Punkt zu kommen, dass es Freude macht. An meinen Enkelkindern sehe ich, mit wie viel Mühe, aber auch mit viel Ausdauer sie Dinge lernen: das Laufen, die Sprache, lesen, rechnen, schreiben und vieles mehr. Und gleichzeitig erlebe ich auch das große Glücksgefühl und den Stolz, wenn es endlich klappt. Nicht nur sie haben ihre Freude, nein, auch das gesamte Umfeld freut sich mit. Als Erwachsene haben wir oft verlernt, was für ein Glücksgefühl das Lernen freisetzt.

Lernen und Entwicklung sind für mich wie eineiige Zwillinge. Sie gehören ganz eng zusammen und sind doch für sich auch einzeln wichtig. Es gibt Entwicklungen im Leben, die auch ohne das Lernen geschehen. Bei einer Schwangerschaft beispielsweise entwickelt sich das Kind wie ganz von alleine im Bauch der Mama. Und doch muss die werdende Mutter lernen, mit dieser Entwicklung zu leben und sich gleichzeitig darauf vorzubereiten, was nach der Geburt geschieht. Ich hoffe, ihr versteht was ich meine? Wenn ich Entwicklungen im Leben zulasse, ist es hilfreich und gut, wenn ich auch bereit bin, dazuzulernen. Diese Bereitschaft ist enorm wichtig, damit Entwicklungen in die richtige Richtung gehen.

Ich möchte dich an dieser Stelle sehr dazu ermutigen, dir über dein eigenes Leben Gedanken zu machen. Wo siehst du Entwicklungspotential in deinem Leben? Was bist du bereit dazuzutun, damit die Entwicklung in deinem Leben einen Nutzen für dich persönlich hat? Wenn du gerade in einer schwierigen Phase steckst und du das Gefühl hast, es geht nichts vorwärts, dann teile dir die Schritte in kleine Portionen ein. Von meinen afrikanischen Schwestern habe ich gelernt, dass man einen Elefanten in Scheiben isst und nicht am Stück. Manchmal hilft es, sich Stück für Stück den Entwicklungen zu stellen. Und am Ende hat man etwas geschafft, was man sich am Anfang nicht zugetraut hat. Besonders in schwierigen Zeiten ist das eine wichtige Sache.  Es ist oft sehr viel leichter, Gott für die kleinen Schritte zu vertrauen!

Andere Menschen teilhaben zu lassen an den Dingen, die man gelernt hat, ist eine große Freude und ein großer Schatz im Leben. Es ist doch so, dass fast jeder Mensch in der einen oder anderen Weise ähnliche Entwicklungen durchlebt. Wie schön ist es, Erfahrungen mit anderen zu teilen, um ihnen in ihrer persönlichen Entwicklung ein guter Ratgeber zu sein. Dazu möchte ich euch herzlich ermutigen. Wo ist jemand, den du mit Rat und Tat unterstützen kannst? Wen kannst du eventuell sogar darin unterstützen, eine gute Schulbildung oder Ausbildung zu erhalten? Eine wichtige Grundlage für eine gute Entwicklung.

Hab Mut, Geduld und Freude daran, dich persönlich weiterzuentwickeln!

Jesus sagt in Markus 9,23: Alles ist möglich, wenn du mir vertraust!

Sei herzlich gesegnet,

Sabine Wenz

Sabine Wenz  und ihr Mann Peter, leiten zusammen seit 37 Jahren das Gospel Forum in Stuttgart. Sie hat eine Leidenschaft für die Gemeinde und dafür, dass wir in unserer Zeit relevant und echt sind. Seit früher Kindheit war ihr starker Wunsch, den ärmsten der Armen zu helfen. Das tut sie als Leiterin von JAM Deutschland e.V. täglich, idem sie durch diese Organisation über 1 Million Kinder an jedem Schultag ernährt.

 

Da werde ich gefragt, etwas zum Thema Ruhe zu schreiben und lache erst einmal laut los.

Denn Du musst wissen, ich bin Mama eines Kleinkindes des Modells Duracell – Engergietank unerschöpflich – dabei bin ich als Psychotherapeutin in eigener Praxis berufstätig, veröffentliche als Wissenschaftlerin Artikel und arbeite als Dozentin an verschiedenen Hochschulen und zu guter Letzt bin ich mit einem selbständigen Unternehmer verheiratet. Als Topping unserer Situation darfst Du dir jetzt noch den Corona Lock-Down ohne Kinderbetreuung vorstellen.

Ruhe – ja – das war ganz bestimmt das, wonach wir uns gesehnt haben!

Doch dann erinnere ich mich an die Zeit des Lock-Downs – ja, es war unheimlich anstrengend, 24/7 eingebunden zu sein, Aufgaben zu bewältigen und zu versuchen, die Dinge, so gut es ging, am Laufen zu halten.

Und das war eben der Punkt – so gut es ging!

Dann blieben Dinge einfach auch mal liegen, dann wurde die Wäsche später gewaschen, der Einkauf ab 23:00 Uhr erledigt (Dank an die Mitarbeiter in den Supermärkten!) und die Welt drehte sich zu meinem Erstaunen doch weiter, die Katastrophe blieb aus!

Ja, gerade dieses „einfach einmal etwas liegenlassen können“ und stattdessen das Fahrrad nehmen und mit dem Kind einen Ausflug machen, durch die Landschaft radeln und dabei einmal tief durchatmen – das war ein Moment des zur Ruhekommens in dem ganzen Aufgabenstrudel. In den herrlich blauen Himmel zu sehen, die Vögel zwitschern zu hören und Gott für dieses herrliche Geschenk der Natur und der ungeahnt verfügbaren Zeit zu danken – das war wundervoll.

Denn sind es nicht unsere hohen Ansprüche an uns selbst – der Anspruch, alles unter einen Hut bringen zu wollen, es perfekt machen zu wollen, – die uns daran hindern, „einfach“ einmal zur Ruhe zu kommen? Die Gesellschaft verlangt Frauen in dieser Hinsicht auch sehr viel ab. Frauen sollen liebevolle, aufopferungsvolle Mütter sein, sie sollen den Haushalt im Griff haben, beruflich auch ihren Weg gehen und dem Manne eine Stütze sein und am besten dabei immer gut gelaunt und gut aussehend. D.h. sowohl wir selbst als auch unser gesellschaftliches Umfeld formulieren diese Ansprüche.

Bleibt nur die Frage: Warum wollen wir diese eigentlich erfüllen?

Die Antwort ist so simpel wie grundlegend: Weil wir uns alle nach Anerkennung, Respekt, Wertschätzung, Liebe sehnen und danach, Bedeutung zu haben. Das stärkt unseren Selbstwert.

Immer wieder fällt mir ein Lied von Cae Gaunt ein: „Wer legt den Selbstwert fest jenseits von Geschlecht, von Geld und Leistung, Gott, der Dir sagen lässt – lass Dich nicht von Zwängen (Ansprüchen) jagen – du darfst ganz Du selber sein. Gott meint, was er sagt, tut mehr als ich kann und was er für mich will, gibt mir eine Chance auf erfülltes Leben.“

Und dieses Innehalten zu hören, wie Gott sagt: „Lass Dich doch nicht von Zwängen/Ansprüchen jagen“ – das zieht den Stöpsel, das hält das Karussell an und ich spüre, wie meine Seele zur Ruhe kommt. Da kommt wieder die göttliche Ausrichtung in mein Leben. Er sagt: „Ich liebe Dich, Du bist mir wertvoll, lass mich doch Dinge für Dich tun“. Denn schließlich war ich und die gesamte Welt Gott, dem Vater, seinen einzigen und innig geliebten Sohn wert.  Das ist an Wertschätzung einfach nicht zu toppen.

Doch scheint mir neben dem Thema Selbstwert auch eine Fähigkeit besonders wichtig, um zur Ruhe kommen zu können. Das ist die Fähigkeit, mir selbst und anderen Grenzen zu setzen. Jeder von uns hat andere Dinge, die ihn entspannen oder zur Ruhe bringen. Bei mir ist es die Natur und die Bewegung in der Natur. Seit neuestem nehme ich mir, nachdem ich mein Kind in den Kindergarten gebracht habe, Zeit, um eine halbe Stunde durch den Wald zu joggen. Das klingt für manche relativ unspektakulär, aber für mich hat es eine Menge an innerer Überzeugungsarbeit bedurft. Die inneren Dialoge hörten sich unter anderem folgendermaßen an: „Kann ich mir das überhaupt erlauben? Auf meinen Schreibtisch stapelt sich die Arbeit, der Garten braucht mich, das Email-Postfach will auch abgearbeitet werden, das und das müsste ich noch vorbereiten…“

Dann gab es noch die soziale Variante des inneren Dialogs: „Welche Frau hat schon den Luxus, das morgens zu tun? Kann ich das Handy im Auto lassen; was ist, wenn jemand mich dringend braucht?“ Plötzlich war es so deutlich: Ich muss die Grenze setzen und sagen: „Diese Zeit des zur Ruhekommens ist wichtig und diese Grenze setze ich mir und anderen.“ – Eine Auszeit ohne schlechtes Gewissen! Für andere bedeutet diese Grenze vielleicht, ohne schlechtes Gewissen nicht ständig alle Nachrichten auf Facebook, Instagram, Twitter oder anderen social media Kanälen zu bedienen – eine Auszeit zu machen und anderen aus meinem Studium oder Freundeskreis eine Grenze zu setzen, nicht überall dabei sein zu müssen. Grenzen tun uns gut, um zur Ruhe zu kommen.

Die letzte Station am Tag ist das Gute-Nacht-Ritual mit meinem Sohn. Dann beten wir zusammen und danken Gott für die Dinge am Tag und ich singe, da ich Lobpreis liebe, Lieder für und mit ihm und immer wieder spüre ich, wie der Heilige Geist kommt, mir Texte wichtig macht, zu mir spricht und ich ganz ausgerichtet und ruhig werde in dieser Zeit, wo alles still wird und er mich und meinen Sohn zur Ruhe bringt.

Fazit: Es gibt sie doch, die Ruhe, nach der wir uns sehnen!

Sonja Friedrich-Killinger

Dr. Sonja Friedrich-Killinger ist Diplom-Psychologin und arbeitet als Psychologische Psychotherapeutin in eigener Praxis, unterrichtet an verschiedenen Hochschulen und ist in der Therapieausbildung tätig. Ihre große Leidenschaft ist es, Multiplikatoren auszubilden. Als Wissenschaftlerin interessiert sie alles rund um das Thema Religion und Bindung. Als ausgebildete Wohn- und Architekturpsychologin hat sie Sinn für Schönes. Sie ist mit ihrem Mann Johannes Killinger verheiratet und lange Jahre im Lobpreis tätig gewesen, spät, aber glücklich, sind sie Eltern eines kleinen Sohnes geworden.

 

Unsere Herzen sehnen sich nach Ruhe, aber wir geben das nur ungern zu. Denn erschöpft zu sein oder das Bedürfnis nach Ruhe zu haben, wird sehr oft als Schwachheit wahrgenommen, umso mehr bei Führungspositionen. Ich höre manchmal Aussagen wie: „Ich habe mir am Wochenende ein bisschen Ruhe gegönnt“ oder „Du hast dir ein bisschen Ruhe verdient“. Als ob man sich Ruhe erarbeiten müsste, um es sich gönnen oder verdienen zu können. Man bekommt fast ein schlechtes Gewissen, wenn man „nichts Produktives“ tut oder wenn man für ein Moment „nichts leistet“ oder sogar, wenn man es gewagt hat, zu Hause zu bleiben, wenn draußen die Sonne scheint. Wir geraten heutzutage zu oft an Aktivismus – verständlicherweise bedingt auch durch die Schnelligkeit unserer Welt – und verlieren dabei den Fokus. Wir verpassen, was wirklich wichtig ist und verlernen dabei die Fähigkeit, still zu sein. Eine Minute Pause – und schon strömen tausende Gedanken und To-Dos durch unseren Kopf.

Wir füllen unser Leben mit so vielen Dingen und Aktivitäten, die es sehr leicht machen, die Sachen, die wirklich zählen, zu verpassen und die Stimme Gottes zu ignorieren. Wir sind beschäftigt, getrieben und leben in einer lauten und unruhigen Welt. Wir glauben, dass wir rund um die Uhr für alle außer Gott erreichbar sein müssen, und denken noch dazu, dass wir ein großer Segen für die Menschen um uns herum sind. Aber was geben wir ihnen, wenn wir leer sind?

In den ersten Wochen der Quarantäne, als alles sich bereits verlangsamte und meine laute Welt immer leiser wurde, spürte ich in mir eine Leere, die ich noch nie in meinem Leben gespürt habe. Die Wochen vergingen und meine Ausreden liefen mir aus. Ich begann mit der Stille zu kämpfen. Warum? Weil ich mit der echten Realität konfrontiert wurde und zugeben musste, dass ich ständig beschäftigt war, aber keine Vision hatte. Ich hatte lange Zeit wie eine Maschine funktioniert, weil es für mich einfach zu schmerzhaft war, zu erkennen, dass ich aufgehört hatte zu träumen, und dass meine Realität weit entfernt war von der, die ich mir erhofft hatte. Kann es sein, dass wir auch Ruhe vermeiden, um uns nicht mit uns selbst zu beschäftigen? Es ist nicht einfach zuzugeben, dass man nicht mehr träumt oder dass man Träume aufgegeben hat, weil man sich in das ständig Beschäftigtsein verlaufen und den Fokus verloren hat.

Workaholic zu sein, ist heutzutage sogar ein Trend. Und das nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch im christlichen Umfeld. Aber wenn ich meine Bibel lese, lerne ich einen Gott kennen, der am siebten Tag ruhte, als er die Erde erschuf (1. Mose 2,2,) und einen Jesus, der sich Zeiten der Ruhe mit seinem Vater nahm (Markus 1,35). Und wir haben auch diesen freien Zugang zu Gottes Gegenwart durch Jesus. Wir sind berufen, in Gemeinschaft mit Gott zu sein, er gibt uns das Privileg, täglich mit ihm zu interagieren, er möchte uns zuhören, uns den Weg zeigen, uns neue Träume geben und uns helfen, diese zu verwirklichen. Wenn wir mutig genug sind und unseren Stolz und unsere Selbstgenügsamkeit zur Seite zu legen und Ruhe suchen, wird Gott unser Detour nehmen und daraus eine Zeit der Übereinstimmung mit seiner Vision machen. Du fängst an, nicht nur Ziele zu erreichen, und auch dein Handeln bekommt eine Ewigkeitsperspektive, denn du bist dabei, seine Vision statt deine eigene zu verwirklichen.

Still zu sein und uns Momente der Ruhe zu nehmen, hilft uns, unsere Prioritäten richtig zu setzen, das Dringende zu verschieben und das wirklich Wichtige zu erledigen. Still zu sein hilft uns, zu erkennen, wie es uns wirklich geht und schafft Raum für Heilung. Du gibst, was du kannst, und er multipliziert, was du gibst. Du agierst nicht mehr getrieben, sondern strategisch. Du hörst auf, wie eine Maschine zu funktionieren und fängst an, wieder zu leben. Deine Zeiten der Ruhe werden zu multiplikativem Segen für deinen Einflussbereich. Deshalb möchte ich dich heute ermutigen, dir bewusst Zeiten der Ruhe zu suchen. Lasst uns still sein und erkennen, dass er Gott ist (Psalm 46,10). Atme tief durch, denn du leitest nicht allein. Du hast den Herrscher aller Herrscher als deinen persönlichen Berater und mit seiner Vision kommt auch die Strategie.

Sich Zeiten der Ruhe zu nehmen, ist kein Zeichen von Schwachheit, sondern ein Zeichen von Weisheit. Denn die Welt braucht die Auswirkung deiner Gemeinschaft mit Gott.

Ana Laura Serrano

Ana Laura Serrano hat den M.A. in Unternehmenskommunikation und Digitales Marketing. Sie arbeitet als Creative Director im Gospel Forum und hat mehrjährige Erfahrung in der PR & Marketing Beratung.  Ihr Herz schlägt dafür, die Schönheit und Liebe Gottes zu offenbaren, um seine Gerechtigkeit auf dieser Welt freizusetzen. Sie liebt tiefe Gespräche, spontanes Lachen und sagt selten nein zu einer Tasse Kaffee.