Was kannst du richtig gut und macht dir auch noch so richtig Spaß? Hast du dir schon mal überlegt, dass dir Gott ganz bewusst Talente mit ins Leben gegeben hat? Manchmal sperren wir unsere Talente in dunkle Schubladen, weil unsere Lebensumstände nicht so recht dazu zu passen scheinen.

Ich möchte dich heute ermutigen, die Schubladen zu öffnen, deine Talente rauszukramen und dich von deinen Lebensumständen nicht einschüchtern zu lassen. Ich möchte dich anfeuern, in deinen Talenten zu leben. Ja, es wird dich etwas kosten. Doch wenn du Gott in diesen Prozess mit hineinnimmst, wirst du Unglaubliches erleben. Versprochen!

Sei kein Opfer deiner Umstände

Es gibt viele Gründe, weshalb du deine Gaben nicht zum Einsatz bringen kannst. Davon kann ich zu allererst ein Liedchen singen. Es gibt immer Ausreden. Manche sind echt lame. Andere kann man durchaus nachvollziehen. Doch am Ende bleiben Ausreden Ausreden. Die meisten von uns werden am Ende ihres Lebens nicht zurückblicken und sagen müssen: „Da war wirklich absolut nichts zu machen, ich konnte tatsächlich immer nur so und so …“

Oft werde ich gefragt: „Wie schaffst du das nur alles? Vier kleine Kinder und dazu noch ein Unternehmen aufbauen…“ Ich kann dir das auch nicht genau sagen. Wahrscheinlich ist es die Begeisterung in mir über mein „Wozu“, das ich verfolge.

Wenn du für dich klar formulieren kannst, wozu du deine Gaben und Talente einsetzen möchtest und was du damit erreichen willst, dann kann der Sturm um dich noch so laut toben, du gehst trotzdem deinen Weg.

Riskiere etwas

Wenn so ein Sturm kommt, kann schon mal was in die Brüche gehen. Dachziegel fallen runter, Blumentöpfe werden von der Fensterbank gefegt. Das gilt auch im übertragenen Sinn:

Wenn du dich zum Beispiel für Kinder entscheidest, weil du deine Gabe und Leidenschaft im Mamasein entdeckt hast, dann wird dir viel von deiner Freiheit geraubt werden. Ob du deine Kinder mit aufs Klo nimmst oder hinter dir abschließt, ist wohl nicht so ausschlaggebend. Aber ob du nachts schlafen darfst, ob du dich am Wochenende erholen kannst, ob Urlaub noch Urlaub ist, ob du dich abends spontan mit deinen Freundinnen zum Cocktailtrinken verabreden kannst, sind Momente, die das Wort Freiheit irgendwie in Frage stellen. Doch wenn du weißt, wozu du das alles gibst, kannst du es als Investment sehen und bist begeistert über jeden Entwicklungsschritt deines Kindes und freust dich zu sehen, wie dein gelebtes Vorbild Früchte trägt im Leben deines Kindes.

Wenn du merkst, dass du im falschen Beruf festhängst und eigentlich etwas komplett anderes machen möchtest, wäre es nicht mal an der Zeit zu überlegen, ob du es in Kauf nehmen solltest, dich finanziell einzuschränken, Freiheiten aufzugeben und eine neue Ausbildung zu beginnen? Ja, das kann man auch noch mit 30 und mit 40 Jahren machen (PS.: Zahlen sind relativ. Lohnt sich mit 50 noch eine neue Berufsausbildung? Die Frage ist: Lohnt es sich für DICH? Sag du es mir!)

Du möchtest Gott erleben? Du willst auch so ein nices Lebenszeugnis erzählen können, wie die Pastorin in dem Podcast gestern? Hier kommt der ultimative Lifehack: Kreiere einen Raum, in dem Gott wirken kann. Wenn du dich darin bewegst, wird sich Gott darin verherrlichen.

Behalte Gott im Fokus

Zuletzt komme ich noch einmal zu dem „Wozu“.

Egal, wofür dein Herz schlägt, was du gut kannst und gerne machst, egal was deine Berufung ist (Uuuhh – ein wichtiges Wort bei vielen Christen), schreibe dir auf, wozu du es machst und suche darin Gott. Was möchte Gott wohl mit dir zusammen mit deinen Gaben erreichen? Aber denke dabei auch an Punkt eins: Sei kein Opfer der Umstände. Nur weil du es jetzt noch nicht weißt, ist das kein Grund, dich noch nicht auf den Weg zu machen! Nimm Gott mit hinein in deinen Entwicklungsprozess.

Als Mama hast du dich vielleicht schon gefragt, wie du mit Geschwisterstreit umgehst. Darf dein Baby im Ehebett mit schlafen? Für welche Ausbildungsform solltest du dich entscheiden? Kannst du es wagen, dein Auto zu verkaufen, um deinen Traum zu finanzieren? Woher kommt das Startkapital für dein Startup?

Gott liebt es, sich um unsere Herausforderungen zu kümmern und Lösungen zu schaffen. Er möchte uns zu seinen Partnern machen. Es ist an uns, Gott mit hineinzunehmen, ihn zu bitten, ihm zu vertrauen und daraufhin uns selbst zu trauen.

Ich ermutige dich, es einmal zu versuchen. Ein Leben auf dem Wasser.

Was ist dein Traum im Herzen, was würdest du so gerne erleben, umsetzen, machen, entwickeln, und hast dich bis jetzt nicht getraut? Fang doch einfach mal an, darüber nachzudenken und Gott zu fragen, welche Schritte am Anfang wichtig sind, um zu starten. Musst du aus deiner Komfortzone raus? Wahrscheinlich. Wenn es klappt, wie wird sich das wohl für dich anfühlen? Großartig? Erfüllend? Könntest du damit ein Segen für andere Menschen sein? Wäre das nicht großartig?

Und noch ein Lifehack zum Schluss: Suche gleichgesinnte Menschen. Ermutigt euch gegenseitig, empowert euch gegenseitig. Zusammen hat man mehr Kraft.

Schreibe deine eigene Geschichte mit Gott zusammen.

 

 

Debora Nell ist seit 10 Jahren mit einem Theologie-Nerd verheiratet, gemeinsam haben sie vier wilde Kinder. Debora hat halbherzig Erziehungswissenschaften in Mainz studiert und nach sieben Jahren beschlossen, Unternehmerin zu werden. Ihr Traum ist es, Frauen zu empowern und ihnen die Möglichkeit zu geben, finanziell unabhängig zu sein. Irgendwann möchte sie eine Näherei in der Ukraine aufbauen, in der ehemalige Weisenkinder und Frauen, die aus dem Menschenhandel fliehen konnten, eine Möglichkeit haben zu arbeiten und sich ein neues Leben finanzieren können. Der Traum beginnt gerade mit der eigenen Nähmaschine am Esstisch im Wohnzimmer.

Wenn ich über Gaben und Talente nachdenke, denke ich sofort an eine innere Reise.

An meine eigene, die ein paar Jahre gedauert hat und auf der ich immer noch unterwegs bin…

Ich finde es schön zu sehen, wenn jemand seine Gaben oder Talente auslebt. Es ist offensichtlich: Sie oder Er kann etwas besonders gut und setzt dieses Können ein. Es sticht einem ins Auge, es hebt sich ab, es ist einfach nicht zu übersehen. Wenn wir wahrnehmen, dass jemand seine Fähigkeiten einsetzt und auslebt, kann das in uns unterschiedliche Gefühle auslösen: z.B. Freude. Wir sind bereit, unser Herz weit zu öffnen und werden so oft selbst bereichert. Oder wir empfinden Sehnsucht. Eine Sehnsucht, unsere eigenen Gaben und Talente ausleben zu können. Vielleicht löst es aber auch negative Gefühle in uns aus. Gefühle wie Neid und Missgunst machen sich breit, wir fühlen uns schlecht und verschließen unser Herz. Es wird hart, vielleicht sogar dieser Person gegenüber.

Ich denke, dass unser Empfinden zum Vorschein bringt, welche innere Reise wir selbst bereits zurückgelegt haben.

Eine Blumenzwiebel und die innere Reise:

Pflanzzeit

Ich liebe es, wenn im Frühling die ersten Krokusse, Schneeglöckchen und Tulpen das Grau des Winters vertreiben und die Wiesen und Gärten in bunte Farbtupfen verwandeln. Wer seinen Garten in leuchtende Farben getaucht sehen möchte, muss allerdings vorsorgen. Blumenzwiebel müssen gesteckt werden. Die Zwiebel braucht bestimmte Voraussetzungen, bevor daraus eine wunderschöne Blume blühen kann. Ein schöner Vergleich finde ich: Genauso hat Gott in jeden von uns kostbare und wunderschöne Gaben und Talente hineingelegt. Blumenzwiebel sehen ziemlich gleich aus, finde ich. Ich kann nicht unbedingt unterscheiden, welche Blume aus welcher Zwiebel hervorwächst. Auch bei den Dingen, die Gott in uns hineingelegt hat, ist es ähnlich. Oft wissen wir gar nicht genau, was unsere Gaben überhaupt sind. Wir müssen uns auf die Reise begeben, unser eigenes Potenzial zu erkennen. Dabei hilft es, Dinge mutig auszuprobieren, keine Angst vorm Scheitern zu haben. So erkennen wir, woran wir Freude haben und was wir gut können.

Geduldig (er-)warten

Wenn so eine Blumenzwiebel gesteckt ist, dauert es doch viel zu lange, bis die Blume endlich da ist! Ungeduldig wird geschaut, ob nicht doch schon etwas ganz kleines Grünes aus der Erde hervorlugt. Ist es doch bei uns genauso: In dieser Wachstums- und Entwicklungsphase, die oft im Verborgenen geschieht, ist es wichtig, dass wir aktiv dranbleiben. Manchmal sind wir kurz davor zu sagen: „Ach, ich denke nicht, dass ich etwas besonders gut kann. Irgendwie sehe ich einfach nichts…“ Wie schnell passiert es, dass Leute ihr Potenzial, bevor es sich völlig entfaltet hat, wieder vergraben. Stell dir vor, du würdest eine leicht aufkeimende Blume immer wieder unter neuer Erde vergraben. Sie würde nie zum Vorschein kommen. Wirklich schade um die Blume. Schade um dein Potenzial.

Blütezeit

Endlich ist sie da! Eine wunderschöne Blüte. Nun kann ich sehen, welche Blume aus der Zwiebel gewachsen ist. Ich freue mich an ihr. Auch die Nachbarn haben Blumenzwiebeln gesteckt. Auch bei ihnen stehen nun die Blumen in voller Pracht im Garten. Ich muss sagen, wenn ich die Blumen so betrachte, gefallen mir die Blumen aus Nachbars Garten besser. Diese Farben! Und diese Blüten! Irgendwie finde ich unsere Blumen daneben sogar richtig hässlich. Geht es uns mit unseren Gaben und Talenten nicht oft ähnlich? Wir vergleichen. Vergleich tötet immer. Das Kostbare, Schöne und Einzigartige in dir.

Der Kern

Wozu ist eine Blumenzwiebel da? Um eine Blume hervorzubringen. Keine Gummibärchen.

Genauso hat Gott all das Potenzial nicht ohne Grund in dich hineingepflanzt. Er tat es für einen bestimmten Zweck. Er hat eine Aufgabe/einen Auftrag für dich und möchte, dass du weißt, worum es ihm geht. Was ist dein Fokus? Was treibt dich an? Frage Gott nach diesem höheren Ziel, das er im Blick hat und wie du deine Gaben dafür einsetzen kannst.

Winterhart

Irgendwann verwelkt die Blüte unserer Blume. Die Blumenzwiebel bleibt allerdings über den Winter in der Erde. Die alte Zwiebel bildet Tochterzwiebeln, die im nächsten Frühling blühen. D.h. sie vermehrt sich. Auch wir haben verschiedene Seasons. Unsere Blüte blüht nicht dauerhaft. Wir können nicht non stopp 100% geben. Wir brauchen Erholungsphasen, Zeiten, in denen wir uns zurückziehen, auf Gott hören und neu ausrichten. Oder Lebensphasen, in denen wir unsere Prioritäten anders setzen müssen. Es bedeutet nicht unbedingt, dass unsere Gaben und Talente auf Eis gelegt sind. Möglicherweise verändert sich die Plattform oder sie kommen auf eine ganz andere Art zum Einsatz. Verschiedene Phasen dauern unterschiedlich lang. Bist du bereit, im Verborgenen dranzubleiben? Du wirst sehen, dass sich auf diese Weise deine Gaben vertiefen und sogar vermehren können.

Ein weiterer wichtiger Punkt des Vermehrens ist das Investment in Andere. Wo kannst du deine Fähigkeiten in anderen Menschen multiplizieren? Wo kannst du sie unterstützen und begleiten, damit sie selbst zum Blühen zu kommen?

Ein wunderschönes Blumenfeld

Am schönsten ist es, wenn Blumen gemeinsam blühen. Keine Blume ist wie die andere. Völlig unterschiedlich, wunderschön und einzigartig. Genauso ist es mit unserem Potential. Wo ist unser „Garten“? Wo blühen wir? Gottes Plan ist es nicht, dass wir alleine blühen, nur für uns selbst Gaben und Talente einsetzen. Es soll in Ergänzung mit anderen stehen, den Blick weg von uns selbst. In Abhängigkeit von Ihm. Wenn wir das verinnerlicht haben, werden wir dankbar sein über das Kostbare, das in uns steckt, und uns von Herzen freuen können, über den Schatz, der im Anderen zum Vorschein kommt.

Die Reise zur Entfaltung unseres Potenzials und diesem „wofür“ ist oft nicht einfach. Es fühlt sich an wie eine anstrengende Bergtour. Es kommt einem manchmal so vor, als wären schwere Türen mit extra Riegeln verschlossen, um uns davon abzuhalten, ans Ziel zu gelangen. Manchmal ist es unterwegs sehr schmerzhaft und kostet viele Tränen. Aber es lohnt sich, weiterzulaufen. Denn Gott hält für dich heimliche Schätze bereit und er sehnt sich danach, dass du sie entdeckst. (Jesaja 45,2+3)

 

Amelie Kullen ist 34 Jahre alt. Sie ist glücklich mit ihrem Mann Christoph verheiratet und bald Mama von 3 Kids. Sie liebt die Schönheit der Natur, sowie das Reisen in ferne Länder.

Als gelernte Schauspielerin begeistert sie jegliche Form von Kreativität. Ihre Leidenschaft ist das Prophetische Tanzen, aber auch das Restaurieren alter Möbel. Ihr Herz brennt dafür, Menschen für Jesus zu begeistern und innere Heilung, Freisetzung und das Leben der eigenen Berufung in Menschen aufblühen zu sehen.

 

Es gibt so viel zu entscheiden, jeden Tag, eigentlich jeden Augenblick: Wann stehe ich auf? Was ziehe ich an? Fahre ich mit dem Auto oder mit dem Rad? Welche Schuhe nehme ich? Was möchte ich essen?

Sooo viele Entscheidungen sind den ganzen Tag über zu treffen. Dabei geht es oft nur um Kleinigkeiten, um Dinge, die zwar nicht sehr wesentlich sind, die aber meinen Wohlfühlfaktor erhöhen oder absenken können.

Dann gibt es natürlich noch wesentlichere Entscheidungen, z.B. welchen Beruf soll ich wählen? Oder doch lieber studieren? Welchen Mann soll ich heiraten? Mit welcher Freundin möchte ich den Kontakt pflegen, mit wem möchte ich mich treffen?

Manchmal überfordern mich die vielen Entscheidungen, und ab und zu kommt auch Stress deshalb auf. Doch bei genauerem Hinsehen stelle ich fest, dass hinter den vielen offenen Fragen etwas ganz Wunderbares steht: soviel Freiheit, dass ich sogar wählen kann zwischen verschiedenen Optionen! Das heißt: das Angebot ist so reichhaltig, dass ich entscheiden darf, was mir lieber ist, was mir besser passt, schmeckt, gefällt, gesünder für mich ist, besser in meinen Zeitplan passt usw.

Auch zeigt es mir, dass ich kein Opfer meiner Situation bin, ausgeliefert wäre, so dass ich nur hinnehmen müsste, wie es kommt. Nein, ich darf selbst entscheiden, bin selbstbestimmt (da würden in anderen Ländern viele Frauen nur davon träumen) Die Situation ist also – wie man so schön sagt – ‚Lust und Frust‘ zugleich! Ich darf selbst entscheiden, aber ich muss es auch!

Die Alternative nicht zu entscheiden funktioniert nicht wirklich. Ich kann mich zwar davor drücken, aber entweder entscheidet dann einfach jemand anderes für mich oder mich holt mein Nicht-entscheiden dann irgendwie und irgendwann ein. Meist mit unangenehmen Folgen, z.B. dass Fristen verstrichen sind, ich nicht angemeldet bin, Dinge nicht erledigt sind oder etwas kaputt geht, weil vernachlässigt.

Für die ‚kleinen Alltagsentscheidungen‘, also die Frage nach dem Aufstehen, Kleidung, Essen, … gibt es einen einfachen Trick: Routine! Ich kann einmal eine Entscheidung treffen, z.B. wann ich jeden Tag aufstehe, und dann wird einfach der Wecker entsprechend eingestellt. So muss ich nicht jeden Tag neu grundsätzlich in Frage stellen, wann ich aufstehe oder ob überhaupt 😉

Und das gilt für viele (unwichtige) Dinge im Alltag: ich kann mir einen Wochenrhythmus erstellen, z.B. am Montag wasche ich Wäsche, am Dienstag gehe ich einkaufen, Mittwoch ist Sporttag, Donnerstag kommt Besuch und Freitag mache ich einen Besuch, Samstag Putztag, Sonntag Gottesdienst, danach spazieren gehen…, immer zur ungefähr gleichen Zeit ins Bett.

So ein Raster kann mir helfen, denn viele Entscheidungen sind damit quasi ‚automatisch‘ getroffen und es leitet mich durch meine Woche. Kommen Terminanfragen von Freunden, dann ist klar, das läuft donnerstags oder freitags. Natürlich lebe ich meinen ‚Rahmen‘ dynamisch, d.h. Abweichungen sind immer möglich, wenn es nicht anders geht oder ein Notfall ist.

Doch was ist mit den großen, wichtigen Entscheidungen wie Beruf, Arbeitsplatz, Partner, Wohnort usw.?

Meine Faustregel: Je weitreichender die Entscheidung, desto genauer sollte vorher überlegt sein!

Dafür wird erstmal gebetet, weiter werden auch mehr Personen in die Entscheidung mit einbezogen bzw. befragt: z.B. meine Familie oder nahestehende Freunde. Sie kennen mich am besten und können mir manchmal ziemlich genau sagen, was zu mir passt und was nicht. Wichtig dabei: sie dürfen mich beraten, Vor- und Nachteile durchdiskutieren, aber entscheiden muss und darf ich selbst. Denn ich muss ja auch in der Folge die Konsequenzen tragen und im Zweifelsfall dafür geradestehen.

Wenn große, komplexe Entscheidungen anstehen, kann es auch mal hilfreich sein, zu einem Coach oder Mentor zu gehen und sich mit ihm zu beraten. Da gibt es wunderbare und hilfreiche Tools, wie man Entscheidungen treffen kann.

Was ich im Laufe des Lebens immer mehr sehe: Entscheidungen haben oft sehr viel mit meinen Werten zu tun. Ist mir z.B. Ökologie wichtig ist, werde ich beim Wohnortwechsel darauf achten, dass ich Anschluss habe an den öffentlichen Nahverkehr. Wenn ich Wert lege auf Menschen, werde ich darauf achten, dass ich einen Beruf wähle, wo ich mit Menschen zu tun habe. Wenn mir mein Glaube wichtig ist, werde ich bereit sein, Zeit dafür zu investieren, um täglich oder möglichst oft in der Bibel zu lesen, etc.

Folglich möchte ich sagen: es lohnt sich, sich Gedanken zu machen: Was ist mir wichtig? Welche Werte habe ich? Wofür möchte ich einstehen? Welche Schwerpunkte möchte ich setzen? Wer Antworten darauf hat, wird sich leichter tun, gute Entscheidungen zu treffen!

Und wie ist das mit dem Willen Gottes? Wie denkt Er über meine Entscheidungen? Woher weiß ich, was Gott von mir möchte? Für diese Frage handle ich meist nach dem Prinzip der ‚offenen Türen‘. Ich gehe also nach meinen Überlegungen und meinem Abwägen so lange weiter, bis es nicht mehr weiter geht oder Widerstände auftreten. Also: weiter bis ein ‚Nein‘ kommt! Manchmal gibt es aber auch Widerstände, und man weiß trotzdem genau, dass es richtig ist, diesen Weg zu gehen. Dann gilt es, standhaft zu bleiben und die Widerstände mit Gottes Hilfe zu überwinden. In der Bibel habe ich Gott als einen Gott kennengelernt, der als Wegbegleiter überall mit hin geht. Egal, wohin ich gehe. Egal, wie ich mich entscheide, Er ist überall bei mir, immer dabei! In Matthäus 28,20 heißt es: Siehe, ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende! Manchmal, aber dies erlebe ich nur ganz ab und zu, hat Gott eine ganz spezielle Wegführung, wo ganz konkret Gehorsam von mir dran ist, und er auch entsprechend deutlich mit mir spricht. Aber im Großen und Ganzen hat Gott den Menschen Freiheit gegeben, selbst zu entscheiden und zu handeln. (1. Mose 1,28) Sofern es die Liebe nicht verletzt, nicht gegen die Gebote geht und nicht unmoralisch ist oder gegen biblische Aussagen steht.

Aber wie kommt es denn nun zu einer Entscheidung?

In der Bibel ist davon zu lesen, dass manchmal per Los eine Entscheidung gefällt wird. Manche Menschen schreiben zu einer Sache alle Vor- und Nachteile auf und wägen ab. Andere werfen eine Münze: Kopf oder Zahl? Wenn dann entschieden ‚wurde‘, und es ärgert einen, dass nicht die andere Sache gewonnen hat, dann weiß man plötzlich genau, was man eigentlich wollte und kann dann ggf. nochmal umlenken. Vielen hilft es, mit jemandem zu reden, denn beim Formulieren sortieren sich die Gedanken besser und manches wird dadurch klarer. Und ich denke, es lohnt sich, zu lernen, auf sein ‚Bauchgefühl‘ zu hören! Denn das Unterbewusstsein nimmt Dinge wahr, die mein Verstand nicht wahrnimmt.

Mir persönlich hilft es, wenn ich mir klarmache, dass meist nichts wirklich Schlimmes passiert, wenn ich mal daneben liegen sollte mit meiner Entscheidung. In den meisten Fällen sind Entscheidungen korrigierbar und wieder rückgängig zu machen. Das entspannt und gibt mehr Gelassenheit beim Entscheiden.

 

Sandra Käser ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Sie ist nebenberuflich als Coach tätig. Vor Kurzem hat sie sich erneut für einen neuen Wohnort entschieden und lebt nun mit ihrer Familie in der Nähe von Ludwigsburg.

„Entscheidungen müssen getroffen werden – bevor sie einen selbst treffen“

(Zitat von unbek.)

Kennst du das? Da drückst du dich davor, schiebst es auf, dich endlich zu entscheiden – und schon entscheidet jemand anderer für dich. Das hat einen unangenehmen Beigeschmack. Alle Entscheidungen, die wir nicht treffen, haben oft zur Folge, dass wir steckenbleiben in Positionen, die sich lohnen würden, eine Veränderung zu erfahren. Was hält dich ab, den Job zu kündigen, der dich nur noch plagt, obwohl du andere Optionen hast? Verhaltensmuster zu ändern, die dich immerzu plagen? Es ist eine Illusion, dass wir weglaufen können und sich die Dinge von selbst erledigen.

Oft habe ich kleine Kinder dabei beobachtet, wie unglaublich vertrauensvoll sie zum Beispiel auf einmal entscheiden, loszulassen und die ersten eigenen Schritte wagen. Sie sind dann so zufrieden und stolz, das geschafft zu haben und strahlen uns glücklich an. Eingebettet in die Liebe und das völlig Angenommen-Sein ihrer Eltern, filtern sie nicht, fühlen sich sicher und können loslegen. Wie schön ist diese Vorstellung, mit diesem Vertrauen, die diese Leichtigkeit hat, weiter durch unser Leben zu gehen. Jede von uns ist von Gott mit der Fähigkeit ausgestattet, klare Entscheidungen zu treffen. Unzählige Dinge entscheiden wir in großer Selbstverständlichkeit tagtäglich, sie sind uns zu Gewohnheiten geworden. Na gut, da gibt es natürlich Unterschiede, die eine verbringt mehr Zeit vor dem Kleiderschrank, um endlich das richtige Outfit zu finden, als andere. Das ist individuell verschieden und auch gut so. Es ist enorm wichtig, dass wir fühlen und wissen, wer wir sind. So können wir viele Dinge aus diesem Verständnis entscheiden. Als ich bewusst annehmen konnte, dass ich bedingungslos geliebt bin, begann ich auch mich selbst anzunehmen.

Doch wirklich herausfordern können uns die Entscheidungen, bei denen uns die Auswirkungen und die Tragweite bewusst sind. Es ist natürlich für jeden ein ganz eigener Prozess, zu einem Entschluss zu kommen. Der eine wägt die Vor- und Nachteile ab, schläft eine Nacht darüber, prüft wieder und entscheidet dann nach seinen Überlegungen. Andere holen sich den Rat vertrauter Menschen und kommen damit ihrer Wahl näher. Ein guter Rat kann sehr hilfreich sein, doch am Ende triffst du die Entscheidung selbst. Gott hat uns gewollt als Entscheidungsträger. Es braucht unser klares „Ja“ oder „Nein“. Oft ist es eine große Erleichterung, endlich zu einer Wahl gekommen zu sein.

Manche Situationen bringen auch eine Entscheidung hervor, die unserer inneren Grundhaltung entspringt. Dafür gebe ich hier ein persönliches Beispiel:  Als ich mit unserem zweiten Sohn schwanger war, wurde uns dringend geraten diese Schwangerschaft sofort zu beenden. Alle möglichen Werte und Untersuchungen hatten ergeben, dass dieses Kind nicht leben konnte. So stand die Entscheidung der Ärzte fest und jetzt lag es an mir, auszuwählen. Für mich war augenblicklich klar, einen Abbruch als Option auszuschließen, trotz aller Konsequenzen. Tief in mir gab es die klare Haltung dazu, dass ich das nicht tun konnte und dass Leben in der Hand von Gott ist. Letzten Endes kam unser Sohn völlig gesund zur Welt, weil Gott eingegriffen hat. Eine andere Sache ist mir dabei aber wichtig: Unsere Beziehung zu Jesus prägt unsere Haltungen und wie wir Entscheidungen treffen.

Wer oder was darf in dein Leben hineinsprechen, wenn für dich eine wichtige Entscheidung ansteht? Oft sind es die Erfahrungen, die wir schon gemacht haben, die uns stark beeinflussen. „Das ist schon beim letzten Versuch schiefgegangen, dann lasse ich es lieber sein“.  Wir erwarten also, dass sich das Erlebte wiederholt. So hält uns diese schlechte Erfahrung gefangen und verhindert unsere Weiterentwicklung. Es könnte ja bedeuten, dass man dann schlecht dasteht. „Hast du schon mal einer Bekannten von Jesus erzählt und sie hat ganz anders reagiert, als du vermutet oder gehofft hast?“ Warum also sollte man sich diese Niederlage noch einmal einfangen? Heute möchte ich dich einfach ermutigen, ernsthaft zu prüfen, wer dich beeinflussen darf. Es lohnt sich, Jesus um Rat zu fragen. Er redet zu dir durch den Heiligen Geist und hat uns zugesagt, dass wir als seine Schafe seine Stimme hören. Er nimmt uns die Entscheidung selbst nicht ab. Doch Gott ist so voller Kreativität, Ideen und Vielfalt, dass es sich lohnt, nachzufragen. Glücklicherweise hat er uns mit einem freien Willen ausgestattet und er wünscht sich, dass wir entscheiden. Wenn du weißt, dass du zu ihm gehörst und ihm wichtig bist, dann wird das deine Entscheidung sehr erleichtern und dir Freiheit geben, dich zu entscheiden und die entstandenen Lügen in deinem Leben zu enttarnen. Er ist bei dir, selbst wenn du dich mal irrst.

Schauen wir uns einmal an, weshalb wir nach der perfekten Entscheidung streben, dann wird oft klar, dass uns unsere Außenwirkung sehr wichtig ist. Damit meine ich nicht, dass ich jetzt rücksichtslos durchs Leben laufe. Aber wenn du fühlst und weißt, dass jetzt die Zeit für eine Veränderung für dich reif ist, dann lass dich von niemanden aufhalten, der deinen Prozess nicht unterstützt. Du richtest dich auf Jesus aus, schenkst ihm Vertrauen und er hilft dir gerne, in Freiheit und Frieden zu handeln.

Stell dir vor, dass du durch deine Entscheidung dein Leben und möglicherweise auch Leben in deinem Umfeld verändern wirst. Du kannst dich mit deinen Entscheidungen immer auf die fruchtbringende Seite des Lebens stellen. Gott möchte dein Potenzial, das er in dich hineingelegt hat, hervorbringen. Dazu bist du gefragt, dich von deinen bequemen Entscheidungen, auch dem Weg des geringsten Widerstandes, zu verabschieden. Du bist eingeladen, dein Herz von Begrenzungen und Verletzungen heilen und befreien zu lassen.

Er hat dich gesegnet mit dem Geist des Mutes und der Kraft. Also schau nach vorne und triff mit ihm mutige Entscheidungen.

 

 

Esther Reifland ist verheiratet und hat mit ihrem Mann Martin 7 Kinder und 2 Enkelkinder und einen Hund. Sie liebt es, für Familie und Freunde zu kochen. Außerdem mag sie Tiere, ist gerne in der Natur, liebt Musik und entdeckt gerne neue Orte.

Esther hat ein großes Herz für Menschen. Sie ist ein guter Zuhörer und begleitet Frauen auf dem Weg in persönliche Freiheit. Als ausgebildeter Coach von Restoring the Foundation im Gospel Forum, erlebt sie mit großer Begeisterung, wie Jesus Menschen begegnet und zerbrochene Herzen heilt.

 

Das erste Mal, dass ich von diesem Thema “Gottes Stimme hören” hörte, war in einem Sonntagsgottesdienst, als der Pastor predigte. Ich war damals 14 Jahre alt und neu im Glauben. Es war für mich erst der zweite oder dritte nicht-katholische Gottesdienst. Der Pastor erzählte, wie Gott ihn darin leitete, auf ihn zu hören. Alles, was ich von ihm hören konnte, waren Sätze wie “Gott sagte mir, ich solle … sagen”, “Gott sagte, ich lag falsch”, “Gott schenkte mir einen Traum…”, und so erzählte er immer weiter. Ich war so fasziniert davon, wie er Gottes Stimme hören konnte, und wie normal es für ihn war, Gott zu hören. Er verließ sich im alltäglichen Leben auf Gott.

Oh, du kannst dir nicht vorstellen, wie lange und auf wie viele unterschiedliche Weisen ich versucht habe, einfach Gottes Stimme zu hören. Wenn ich zurückschaue, muss ich schmunzeln. Wie lustig muss es für Gott gewesen sein, mir dabei zuzusehen. Sicherlich brachten ihm meine Bemühungen viel Freude.

Ich erinnere mich, wie ich mich in ein Zimmer einschloss, um alleine zu sein und auf dem Boden zu knien, bis es wehtat. Ich stand extra früh auf, um beten zu können – und schlief dann wieder ein. Ich hatte keine Ahnung, wie oder was ich tun sollte, um Gottes Stimme hören zu können. Aber ich war so fasziniert von diesem Pastor und seiner einzigartigen Beziehung zu Gott, obwohl er sogar eigentlich über ein ganz anderes Thema gepredigt hatte.

Das Lustigste, was bei meinem Experimentieren passiert ist, war, als ich einmal alleine zuhause war. Ich legte mich auf den Boden, die Arme ausgebreitet, mitten in unserem kleinen Wohnzimmer. Wie üblich schlief ich ein… bis mich plötzlich meine schreiende Schwester aufweckte! Sie dachte, ich sei ohnmächtig geworden, und erschrak, als sie mich da wie tot am Boden liegen gesehen hatte. Es gibt noch so viel mehr Geschichten, die ich erzählen könnte; leider alle erfolglos. Ich hatte nicht den Mut, mit jemandem über dieses Thema zu sprechen, oder jemanden zu fragen, weil ich Angst hatte, sie könnten denken, ich hätte den Verstand verloren. Aber trotzdem experimentierte ich immer weiter.

An einem Tag – es war einer der schlimmsten Tage meines Lebens, und ich erwartete nicht, dass Gott sprechen würde – versuchte ich meinem Leben ein Ende zu setzen und mich im Meer zu ertränken. Als mein ganzer Körper unter Wasser war, hörte ich plötzlich jemanden sagen: “Ich weiß, welche Pläne ich für dich habe, Pläne des Friedens und nicht des Leides, um dir Zukunft und Hoffnung zu geben. Rufe mich an, komm zu mir, bete zu mir, und ich werde dich hören. Du wirst mich suchen und mich finden, und wenn du mich von ganzem Herzen suchst, werde ich mich von dir finden lassen.” (Jer 29,11-14). Das war mein Wendepunkt, an dem ich realisierte: In der Tat IST ER REAL und er EXISTIERT. JA, ich hörte ihn, wie er zu mir sprach.

Seit diesem Zeitpunkt spricht Gott nicht nur zu mir, wenn ich bete. Er spricht, wenn ich den Haushalt mache, spaziere, Auto fahre oder Freunde und Familie treffe. Auch während ich mit meinem Mann oder meinen Kindern spreche, redet Gott zu mir. Gott ist überall. Er spricht nicht nur in Sonntagsgottesdiensten, Worship-Sessions oder Gebetstreffen. Gott liebt es, Konversation mit seinen Kindern zu haben. Ja, mit seinen Kindern.

Ich glaube, dass jeder – ich wiederhole: JEDER – Gott hören kann. In so vielen Bibelgeschichten spricht Gott zu seinen Leuten. Gott sprach zu Noah (1. Mo 6,9-22; 7,1-4). Er sprach mehrere Male zu Abraham (1. Mo 12,1-3; 22). So oft, vom Alten bis ins Neue Testament, hat Gott zu seinen Leuten gesprochen. Ich ermutige dich: Lies die Bibel, und du wirst staunen, wie oft Gott geredet hat, auch oft zu Zeitpunkten, an denen es die Menschen am wenigsten erwartet haben. Ein Vers, der mir hilft, zu glauben, dass ich Gott hören kann, ist Joh. 10,27f.: “Meine Schafe hören meine Stimme. Ich kenne sie, und sie folgen mir.”

Oft können wir Gottes Stimme nicht hören, weil wir so fokussiert darauf sind zu hören, was wir hören wollen, und nicht, was er uns sagen will. Ich denke, viele von uns können ihn nur schwer hören, weil wir falsche Erwartungen haben. Oft wollen wir nur schöne Dinge über uns hören, und Dinge, die uns angenehme Gefühle geben. So wie ich am Anfang; ich verschloss meine Ohren, wenn es um Korrektur ging, denn das ist nicht angenehm.

Ich könnte eine Geschichte nach der anderen über meine Erfahrungen erzählen. Wie Gott mich auf der Straße beschützte; wie er mich die lieben ließ, die mich hassten; gut war zu denen, die nicht gut waren; wie er mich dem richtigen Mann (meinem Ehemann) zuführte, den er für mich vorbereitet hatte; wie er uns half, unsere Kinder in einem fremden Land zu erziehen. Ohne Gottes leitendes, liebevolles und korrigierendes Sprechen sähe mein Leben ganz anders aus als es heute aussieht. Alle Ehre gebührt ihm.

An einem Tag fuhr ich in einem Van (14 Sitze), um unsere Missionarskinder von der Schule abzuholen. Kurz zu deiner Information: Wir lebten damals 11 Jahre in Papua-Neuguinea und arbeiteten mit Mission Aviation Fellowship (MAF) zusammen. Ich war kurz davor, einen kleinen Truck vor mir zu überholen, der zu langsam fuhr und viele Leute auf dem Rücksitz hatte. Plötzlich hörte ich, wie Gott sagte: “Überhol’ nicht, sondern folge dem Wagen und sei geduldig”. Nicht viel später stand überraschend auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein Truck, und man konnte zwei ausgestreckte Beine sehen, die bis auf unsere Fahrbahn ragten. Diese Person reparierte ihren Truck und ich hätte ihn vielleicht überfahren, hätte Gott mich nicht gewarnt. So oft hat Gott mich vor einer Gefahr bewahrt. An einem meiner Shopping-Tage war ich gerade bereit, ins Auto einzusteigen, als Gott zu mir sagte: “Bleib zuhause”. Kurz nachdem ich zurück ins Haus gegangen war, hörte ich im Radio einen unserer Base-Leader sagen: “Achtung an alle MAF-Mitarbeiter, es gibt eine Aufruhr in der Stadt, bitte bleibt daheim!”

Meiner Erfahrung nach spricht Gott manchmal, wenn es gar nicht in unsere Situation und unsere Pläne passt. Trotzdem geht es immer so aus, dass es zu unserem Besten ist. Ich habe gelernt, Gott gehorsam zu sein, auch wenn ich ihn manchmal nicht verstehe. Denn ich weiß: Er ist ein guter Gott und er will unser Bestes. Ich ermutige dich, ihn auch Herr deines Lebens sein zu lassen, deine Erwartung abzulegen und ihm zu erlauben, zu dir zu sprechen und dich zu leiten. Du wirst überrascht sein, wie oft Gott zu dir spricht.

Gott will Teil unseres Lebens sein, auch unserer täglichen Routine. Er hat uns nicht versprochen, dass alles einfach und gut werden wird in unserem Leben. Aber mit Gottes Führung können wir allen Herausforderungen des Lebens bis zum Ende mutig und stark entgegentreten. Mit einem wunderbaren Frieden und Stärke tief in uns können wir selbst mitten im Sturm fröhlich sein. Mit dem Wissen, dass Gott mit uns ist, dass er uns treu leitet und uns den richtigen Weg zeigt, können wir jede Herausforderung in unserem Leben meistern. Jesus selbst nahm sich immer Auszeiten von der großen Menschenmenge, um Zeit mit Gott, seinem Vater, zu verbringen. Es ist so wichtig, dass wir eine enge Beziehung zu Gott haben. Denn je mehr Zeit wir mit ihm verbringen, desto leichter erkennen wir seine Stimme.

Eine ganz simple Geschichte: Mein Mann arbeitete vor unserer Garage und verlor ein sehr kleines, aber wichtiges Teil. Er bat mich, ihm beim Suchen zu helfen. Das erste, was mir in den Sinn kam, war, Gott zu fragen. Also sagte ich: “Vater, ich weiß, dass du weißt, wo dieses Teil ist, denn du bist Gott.” Direkt hörte ich ihn antworten: “Geh ein paar Schritte nach links.” Kurz darauf sah ich dieses kleine Teil direkt vor meinem Fuß liegen. – Wie wunderbar ist es, in den größeren und in den kleinen Dingen von Gott abhängig zu sein. Er will so gerne, dass wir ihn besser kennenlernen, dass er uns sogar in solchen kleinen Dingen hilft.

Einmal betete ich für einen Mann aus der Kirche, und Gott zeigte mir ein Bild, von dem ich dachte, dass es nicht zu einem Mann passen konnte. Ich zögerte, dem Mann von diesem Bild zu erzählen, aber ich tat es dann doch. Als ich es ihm weitergab, weinte er einfach nur. Gott hält Ausschau nach Menschen, die willig sind, seine Hände, Füße, Ohren, Augen und sein Mund zu sein, um dadurch seine Leute zu ermutigen.

Als unser Sohn in Südafrika war, wachte ich eines Tages mit einem Drängen auf, für seine Sicherheit zu beten. Am selben Tag erhielten wir von ihm eine Email, dass er beraubt wurde und deshalb seine Kamera und sein Handy verloren hatte. Wir sind Gott so dankbar dafür, dass unser Sohn unversehrt war.

Unsere Tochter war auf dem Sommer Festival (Jugendcamp), als mitten im Sonntagsgottesdienst das Bild ihres Gesichts in meinem Geist aufblinkte. Ich betete für sie, dass sie ein offenes Herz hätte, um Gott erleben zu können. Aber Gott leitete mich, sodass ich stattdessen für ihre physische Bewahrung betete. Ich spürte mein Herz so schnell schlagen, aber ich fokussierte mich darauf, für sie zu beten. Am Ende des Tages schrieb sie uns, dass sie einen Unfall hatte, und dass sie nicht wusste, wie es passiert war. Sie hätte schwer verletzt werden können, so wie sie gefallen ist. Aber sie hatte nur ein paar Kratzer und Schrammen.

Ich liebe so sehr die Zeiten, in denen ich alleine bin. Ich liebe es, Zeit mit Gott zu verbringen und ihn dafür zu loben, wer er in meinem Leben ist. So oft, wenn ich irgendwo mittendrin bin, kommt er auf verschiedene Art und Weise. Manchmal gibt er mir eine Bibelgeschichte, und dann stoppe ich, schaue sie mir genau an und sehe und verstehe die Geschichte plötzlich auf eine andere, neue Weise. Gott schaut direkt in unser Herz und auf unsere Motivation – ob wir ihn hören wollen, weil wir ihn wirklich kennenlernen wollen, oder ob wir nur Applaus von Menschen bekommen wollen.

So oft korrigierte mich Gott (oh, ich sage dir, es tut weh!) auf meiner Reise mit ihm, und ohne seine Korrektur wäre mein Leben heute wohl ein ganz schönes Chaos. Meine Ehe wäre ein Disaster und ich würde meine Kinder verletzen, denn meine Kindheit war nicht sehr gut. Ich wuchs auf mit einem Vater, der oft betrunken war und mit einer Mutter, die eine Hochstaplerin war und Jeden ausnutzte, auch aus der Familie und aus der Kirche.

Ich machte so viele Fehler dabei, unsere Kinder zu disziplinieren. So oft konfrontierte mich Gott, dass es falsch war, wie ich mit ihnen umgegangen war, und dass ich um Verzeihung bitten müsste. Oh, ich sage dir, wie schwer es für mich war, unsere Kinder um Vergebung zu bitten. Manchmal schob ich es den ganzen Tag auf, weil ich innerlich so damit zu kämpfen hatte. Aber es war so erleichternd, als ich sie um Vergebung gefragt hatte. Die Umarmungen, die ich von ihnen bekam, als sie sagten: “Ich vergebe dir, Mommy” –  was für ein schöner Satz; Musik, die mein Herz zum schmelzen bringt.

Gott kennt dich, und er hat dich erschaffen. Also weiß er auch, wann die perfekte Zeit ist. Gib niemals auf, behalte dir deinen Eifer und deinen Hunger, ihn zu hören. Öffne dein Herz und lass Gott zu dir sprechen. Lass Gott, Gott sein. Oft habe ich Gott in eine Box gesteckt und wollte nur hören, was mir gefiel Ich habe gelernt, dass eigentlich eher ich in einer Box sein sollte und auf Gott hören sollte, wenn er spricht. Wie oft entscheiden wir nach unseren Emotionen? Doch Gott ist an unserem Herzen interessiert, nicht in erster Linie an unseren Gefühlen. Ich persönlich würde so viele Menschen verletzen, wenn ich mich nur von meinen Gefühlen leiten lassen würde. Es ist besser, Kontrolle über deine Emotionen und Gefühle zu haben, als dass sie dich kontrollieren.

Eine Frau hat mir einmal gesagt, dass Gott nur an denen interessiert ist, die gerecht, heilig und perfekt sind. Was? Wie bitte? Niemand auf dieser Welt kann das erfüllen, denn wir sind alle Sünder, und nur durch Jesus sind wir gerettet (Joh. 3,16). Ich bin nicht perfekt  und kann sagen, Gott ist noch nicht fertig mit mir. Ich habe so viele Fehler gemacht, und bin Gott so dankbar für seine unendliche Liebe und Gnade. Er sieht mich als die, der er vergeben hat, und die durch das Blut von Jesus reingewaschen ist.

Gott spricht zu uns durch seine Schöpfung, durch Menschen um uns herum, direkt zu uns und meistens durch sein Wort, was die Bibel ist. Ich bete, dass du ganz persönlich, nachdem du diesen Artikel liest, ermutigt bist, deine Reise zu beginnen, um Gottes Stimme klarer zu hören. Schritt für Schritt, jeden Tag. Ich bin immer noch dabei, seine Kommunikationswege zu lernen und zu entdecken, wie ich Gottes Ohren, seine Augen, Füße, Hände und sein Mund sein kann in dieser Welt. Immer wieder bin ich begeistert darüber, wie Gott in meinem Leben wirkt, und wie er mich zu der Tochter verändert, die er haben will. Gott sagt in seinem Wort: “Meine Gedanken sind nicht deine Gedanken, und meine Wege sind nicht deine Wege. Sondern so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als deine Wege, und meine Gedanken als deine Gedanken.” (Jes. 55,8f.).

Carmela Lasi  ist 45 Jahre alt, verheiratet mit ihrem Mann Holger und hat zwei erwachsene Kinder. Sie kommt ursprünglich von den Philippinen. Als junge Erwachsene war sie bei Jugend mit einer Mission und hat mit King’s Kids gearbeitet. Anschließend kamen sie als Ehepaar nach Deutschland. Als Familie waren sie 11 Jahre vom Gospel Forum nach Papua-Neuguinea ausgesandt. Dort war Carmela in einer Frauengefängnis Arbeit, einer Missions-Schule und anderen Projekten tätig. Heute leben sie in Ludwigsburg, ist Teil des Wertvoll Leitungsteams und unterstützt ihren Mann bei seiner Arbeit im Gospel Forum.

Ich bin als Christ aufgewachsen und eine Sache, die ich nicht hören konnte, war: „Alles, was du wissen musst, steht in der Bibel“. Ich dachte immer so: „Das stimmt nicht wirklich…“ Wo steht zum Beispiel geschrieben, mit welchem Typen ich zusammen sein, oder welches Jobangebot ich annehmen soll? Ich persönlich habe nicht im Hebräer-Brief gelesen, dass ich die Schweiz verlassen und nach Deutschland ziehen soll. Auch habe ich nicht in den Sprüchen gelesen, dass ich einen Schwaben heiraten sollte. Doch all diese Entscheidungen hat Gott mir persönlich offenbart. So sehr ich auch glaube, dass die Bibel die Grundlage für unser Leben ist, habe ich auf meiner Reise mit Jesus entdeckt, dass nicht alle Lebensfragen in der Bibel beantwortet sind, und das ist auch von IHM so gewollt. Ich glaube, dass Gott nicht alle spezifischen Antworten in der Bibel fixiert hat, damit wir herausgefordert sind, eine Beziehung zu Ihm zu pflegen. Sonst bräuchten wir nur ein Handbuch und nicht Ihn.

Versteh mich jetzt nicht falsch, ich liebe die Bibel und sie ist die Grundlage dafür, wie Gott spricht – darauf werde ich gleich noch eingehen, aber es gibt auch ein Training auf unserer Seite, um Seinen Heiligen Geist in unserem Alltag zu hören (siehe: Johannes 14,23-26). Denn er ist ein persönlicher Gott mit einer persönlichen Berufung für dich, und die kleinen Details sind für Ihn wichtig.

Ich dachte, ich teile mit dir drei gängige Lügen, die ich früher über Gottes Stimme geglaubt habe und gebe dir ein paar Tipps, was ich dabei gelernt habe.

LÜGE: Gott redet nur gelegentlich.

Ich dachte immer, dass Gott nur für bestimmte Zeit redet. Es gibt Zeiten, die sind voll von prophetischen Worten und Ermutigungen; und dann gibt es Zeiten, die sind trocken und du musst einfach (im Glauben) warten, bis Gott wieder zu dir spricht. Ich fordere dich heraus, eine Geschichte in der Bibel zu finden, in der Gott nicht zu seinen Kindern spricht. Er ist ein Gott, der spricht und gehört werden kann – es ist ein wesentlicher Teil dessen, wer Er ist. Er ist buchstäblich das WORT (siehe: Johannes 1,1). Gott möchte eine tiefe Beziehung zu uns haben und Beziehung funktioniert nicht ohne Kommunikation. Er ist ein guter und liebevoller Vater. Wenn mein irdischer Vater mir sagen würde, dass er nur über bestimmte Themen und nur in bestimmten Momenten meines Lebens mit mir sprechen wird, weil ich die restliche Zeit lernen muss, „im Glauben zu wandeln“, dann bin ich mir nicht sicher, ob wir eine so tolle Beziehung haben würden.

Gott ist also nicht nur in der Lage zu sprechen – Er WÜNSCHT es, mit dir zu reden, jeden einzelnen Tag. Wie es ein guter und liebender Vater tun würde! Ich glaube sogar, dass er sich mehr wünscht, zu uns zu sprechen, als wir uns wünschen, ihn zu hören.

LÜGE: Gottes Stimme ist schwer zu hören.

In Johannes 10,27 sagt Gott, dass Seine Schafe (wir) auf die Stimme des Hirten hören können. Wir sind dazu bestimmt, ihn zu hören. Das Problem ist, dass wir manchmal die Möglichkeiten einschränken, WIE er zu uns spricht. In der Bibel sehen wir Beispiele, in denen Gott durch Träume, Visionen, Propheten, hörbare Stimmen oder sogar durch einen Esel spricht! Hier sind einige Beispiele, wie Gott spricht:

Durch sein Wort. Das ist DIE Grundlage! Viele Menschen wollen ein Wort von Gott haben, haben sich aber nicht einmal die Zeit genommen, zu lesen, was Er bereits gesagt hat. Bevor du die Bibel liest, bitte den Heiligen Geist, dir Seine Schrift zu offenbaren.

Durch Gebet: Das Amen sollte nicht das Ende deiner Gebetszeit sein. Nachdem du Amen gesagt hast, warte und höre auf ihn. So oft vergessen wir, nach dem Gebet zuzuhören. Wie unhöflich ist es, wenn ich mit einem Freund rede und gehe, nachdem ich meinen Teil gesagt habe und nicht auf seinen / ihren Teil des Gesprächs warte. Stille zu üben ist ein Schlüssel.

Andere Möglichkeiten, wie du z.B Gottes Stimme hören kannst, ist durch:

Durch Seine Anwesenheit / Präsenz

– Durch Menschen

– Durch Engel

– Durch die Schöpfung

– Durch Träume und Visionen

– Durch persönliche Eindrücke / Gedanken

Das letzte ist ein kniffliger Teil, denn da werden wir oft verwirrt und haben Probleme, ihn zu erkennen. „War diese innere Stimme von mir oder war sie von Gott?“

Es gibt drei Möglichkeiten von „inneren“ Stimmen, auf die du hörst:

Teufel / dämonischer Geist: Der Teufel und seine dämonischen Geister sprechen. Wir sehen sie von Anfang an im Garten Eden und an vielen verschiedenen Stellen in der Bibel (3. Mose; Markus 5,7; Matthäus 8,29; Lukas 4,41, …). Der Teufel sprach sogar zu Jesus in der Wüste (Markus 4). Wir wissen, dass der Teufel anklagt, lügt und vernichtet (siehe: Offenbarung 12,10; Johannes 8,44; Johannes 10,10). Das sind seine Eigenschaften. Man kann ihn meist am Tonfall und der Art, wie er spricht, erkennen. Er klagt an, beschämt und stellt die Wahrheit in Frage. Du fühlst dich normalerweise nicht geliebt, nachdem er gesprochen hat, sondern eher verurteilt, und hast das Gefühl, dass das, was du tust oder wer du bist, nie genug ist.

 Du selbst: Diese Stimme ist normalerweise sehr logisch. Es ist wahrscheinlich die Stimme, mit der wir am meisten kämpfen, um sie von Gottes Stimme zu unterscheiden. Ich glaube, sie kommt durch Training und vor allem durch das Wissen um die Natur Gottes. Die Bibel gibt uns einen praktischen Tipp, der uns hilft, deine Stimme von Gottes Stimme zu unterscheiden. Sie sagt, dass man „jeden Gedanken binden kann, um ihn Christus gehorsam zu machen“ (2 Korinther 10,15). Praktisch kannst du also, bevor du auf Gott hörst, beten, dass jeder Gedanke, der nicht von ihm ist, „schweigen“ und anfangen soll, ihm zu folgen. Das ist ziemlich cool. Du hast Autorität über deine Gedanken und du kannst erklären, dass sie auf eine bestimmte Weise denken sollen.

Gott: Gott klingt wie die Bibel. Seine „Stimme“ steht im Einklang mit Seinem Charakter und Seinen Taten in der Bibel. Er überführt, ohne zu verurteilen. Er ist gnädig und barmherzig, langsam zum Zorn und überreich an Liebe (Joel 2). Das ist sein Ton. Seine „Stimme“ spiegelt das wider. Je mehr du Ihn kennst, desto mehr wirst du in der Lage sein, Seine Stimme zu erkennen und zu wissen, was von Ihm kommt und was nicht von Ihm sein kann.  Wenn jemand zu mir kommen und mir sagen würde, dass Markus zu ihm gesagt hat, dass ich so lieblos und dumm sei, würde ich wissen, dass diese Person lügt. Denn ich kenne meinen Mann und ich weiß, welche Gedanken er über mich hat. Wie lernt man Ihn kennen? Indem man mit ihm spricht und Sein Wort liest.

Letztendlich ist es ein Training, Gottes Stimme zu hören und von anderen zu unterscheiden (Hebräer 5,14). Bitte um Hunger, Ihn kennen zu wollen, und du wirst besser darin werden, Seine Stimme von deiner zu unterscheiden. Du hast die Fähigkeit dazu, und die Erfahrung wird dir helfen. Manchmal musst du einfach einen Schritt des Glaubens machen und das tun, von dem du denkst, dass Gott es dir sagt. Die gute Sache dabei ist, dass du entweder gewinnst oder dabei lernst.

LÜGE: Gott spricht nur für die wichtigen Dinge.

Ich möchte einfach dazu ermutigen, die Kommunikation mit Gott unkompliziert zu gestalten. Er ist genauso an deiner Berufung und Zukunft interessiert wie an deinem täglichen Leben. Manchmal beschränken wir Gott nur auf die GROSSEN Dinge wie Karriere, Beziehungen, Dienst etc. Aber Er kann dir auch Gesundheitstipps geben, dir Einkaufs-Schnäppchen zeigen etc. Er ist ein persönlicher Gott. Ein Freund. Ich spreche mit Ihm überall, zu jeder Tageszeit, und über alles.  Zum Beispiel frage ich Ihn gerne nach Seiner Meinung für Geburtstagsgeschenke. Einmal war ich auf der Suche nach einem Geschenk für jemanden, die ich noch nicht persönlich kannte. Ich erinnere mich, dass ich an einem Bücherregal vorbeiging und es fühlte sich an, als ob Gott dieses Buch hervorgehoben hätte. Ich kaufte es für den Geburtstag dieser Person und sie erzählte mir später, dass sie diesen Autor schon immer lesen wollte, aber nie die Chance dazu gehabt hatte. Es war wie JACKPOT. Gott wusste es und Er sprach zu mir. Aber ich habe Ihm die Möglichkeit gegeben, mit mir darüber zu sprechen.

Wenn du trainierst, mit Ihm über alles zu sprechen, wirst du anfangen, Ihn in allem zu sehen.

Während ich diesen Artikel schließe, bete ich, dass du ermutigt wirst, Gottes Stimme zu hören und dich daran zu erinnern:

DU BIST DAZU BESTIMMT, IHN ZU HÖREN, UND ER SEHNT SICH DANACH, JEDEN TAG MIT DIR AUSTAUSCH ZU HABEN.

 

Elsie Wenz ist 26 Jahre alt und kommt aus der französischen Schweiz. Seit ihrer Hochzeit im Sommer 2015 lebt sie in  Deutschland und hat mittlerweile einen einjährigen Sohn mit dem Namen Karl. Elsie hat einen Abschluss in Business Management und arbeitet im Gospel Forum als Jugendpastorin in Teilzeit zusammen mit ihrem Mann Markus. Elsie hat eine Leidenschaft dafür zu sehen, wie Menschen einen gesunden Lebensstil auf natürliche und spirituelle Weise leben. Und sie liebt es, Menschen zu helfen, einem mächtigen und persönlichen Gott zu begegnen. Sie ist immer bereit für Dinge, die Menschen zum Lachen bringen, und natürlich – wie es sich für jemand aus der französischen Schweiz gehört – ist sie einem Glas guten Wein nicht abgeneigt.

 

Nicht nur social distancing und die globale Pandemie haben dazu geführt, dass immer mehr Menschen sich einsamer fühlen – es ist eigentlich ein Thema, das unsere Gesellschaft schon seit Jahren beschäftigen sollte. Es ist zwar etwas gewagt, aber man könnte auch meinen, dass Einsamkeit und der dadurch entstehende Stress, die eigentlich noch größere Gesundheitskatastrophe ist. Ärzte und Psychologen sehen einen immer größeren Zusammenhang zwischen körperlichen Erkrankungen und einer einsamen Seele. Mit zunehmender Einsamkeit steigt nicht nur das Risiko für Abhängigkeiten (Medikamente, Alkohol, Drogen, Essen, …), um den Schmerz der Einsamkeit irgendwie zu betäuben, sondern auch für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Depression, Diabetes, Übergewicht und natürlich auch Angststörungen. Eine Befragung von 30.000 Deutschen, die bereits im Sommer 2019 durchgeführt wurde, zeigte, dass ich jeder 10. einsam fühlt. Damit sind nicht Momente der Einsamkeit gemeint, die wir alle kennen, sondern wirklich anhaltende Gefühle von Einsamkeit. Wie sieht das wohl jetzt nach bzw. im Lockdown aus?

Als Psychologin liebe ich es, wenn die Wissenschaft bestätigt, was Gott uns schon in seinem Wort gesagt hat. In 1. Mose 1,27 lesen wir, dass Gott uns in seinem Ebenbild geschaffen hat. Das bedeutet, dass der dreieine Gott, das Beziehungswesen schlechthin, uns ebenfalls als Beziehungswesen geschaffen hat. Nur ein Kapitel später, in 1. Mose 2,18 erschafft Gott die Frau, weil er sieht, „dass es nicht gut ist, dass der Mensch alleine sei“. Als Beziehungswesen entsteht psychischer Stress, wenn wir dauerhaft alleine sind und wir erleben das als Gefühl der Bedrohung, was letztlich zu (chronischen) Einsamkeitsgefühlen führt.

Wie einsam ich mich fühle, ist jedoch erstmal unabhängig davon, ob oder mit wie vielen Menschen ich umgeben bin. Einsamkeit beschreibt vielmehr den gefühlten Unterschied zwischen Beziehungen, die man braucht und den sozialen Interaktionen, die man hat. Das bezieht sich sowohl auf die Menge an Kontakten als auch deren Qualität. Die Qualität der Beziehungen ist dabei aber auch von der Qualität der Beziehung zu sich selbst abhängig – davon, wie ich mich selbst sehe, was ich über mich denke und wie ich mit mir selbst umgehe. Einsamkeit ist also ein subjektives Gefühl. Man kann auch mit sehr wenigen Menschen umgeben sein, und sich nicht einsam fühlen. Oder andersherum – von sehr vielen Menschen umgeben sein und sich trotzdem einsam fühlen.

Generell fällt es den meisten von uns total schwer, überhaupt zu merken und zu äußern, wenn sie sich einsam fühlen. Stattdessen, kommen häufig Gedanken oder Aussagen, wie: „Wenn ich morgen verschwinden würde, würde es keinen großen Unterschied machen“, oder „Ich habe das Gefühl eine Riesenlast alleine tragen zu müssen.“ „Ich fühle mich unsichtbar.“ Einsam zu sein ist auch sehr stigmatisiert, denn oft ziehen wir den falschen Schluss: „Wenn ich einsam bin, kann ich nicht liebenswert sein.“ „Ich störe und bin wertlos, ungeliebt und unattraktiv. Mit mir kann und will keiner zu tun haben.“

Mein Herz ist so berührt von den Gesprächen, die ich mit Singles und Alleinlebenden über die letzten Monate hatte und deshalb liegt es mir besonders am Herzen, das Thema Einsamkeit anzusprechen. Denn gerade unter Christen, kann es extrem schwerfallen, vor sich selbst oder anderen zuzugeben, dass man sich einsam fühlt, denn Jesus ist ja immer da. Das kann viel Druck machen, weil wir als Christen uns doch gar nicht einsam fühlen „dürfen“. Unser Kopf weiß zwar, dass wir nicht alleine sind und auch unsere Herzen hatten sicher schon eine Offenbarung davon, dass Gott uns immer zur Seite steht und doch ist es völlig normal und auch absolut legitim, sich als Christ in dieser Welt einsam zu fühlen.

Wenn es aber so schwer ist, überhaupt darüber zu sprechen, woran können wir denn erkennen, ob wir oder andere einsam sind?

Ganz oft bemerken wir zunächst einmal, dass wir total müde und erschöpft sind, nervöser und leichter reizbar werden, dass wir uns innerlich leer fühlen, Probleme beim Einschlafen haben und sogar häufiger daran denken, zu sterben.

Hieraus entsteht ziemlich schnell ein ganz blöder Kreislauf. Aus einer relativ „harmlosen“ Situation, in der ich alleine bin (vielleicht hat jemand ein Treffen abgesagt, ich muss auf der Arbeit etwas alleine machen, mein Partner ist auf Geschäftsreise etc.), kommen schnell Gedanken, wie „ich bin wertlos/unwichtig/unattraktiv/…“. Natürlich ist uns bei solchen Gedanken nicht danach, mit jemandem zu sprechen und wir ziehen uns eher zurück. Auf Dauer führt das leider aber auch dazu, dass sich unsere Freunde immer weniger melden, weil ja fast nichts mehr zurückkommt. Die Konsequenz ist dann, dass ich tatsächlich alleine bin und mich richtig einsam fühle.

Ein Freund von mir hat es so ausgedrückt: „Das gefühlte Alleinsein wird dann zu einem realen Alleinsein. Man schließt sein Herz ein und vereinsamt am Ende wirklich.“ Das Problem ist, dass chronische Einsamkeit tatsächlich unsere Gehirnstrukturen dauerhaft verändern kann, was es superschwer macht, da wieder herauszukommen. Aber es ist absolut möglich. Wie das aussehen kann, hängt ein bisschen davon ab, um welche Art von Einsamkeit es sich handelt, bzw. welche Art von Beziehungen uns fehlen:

Wir brauchen Vertrauenspersonen, z.B. einen Partner oder besten Freund, mit dem wir unser Innerstes teilen können und uns verletzlich machen können. Dann brauchen wir richtig gute Freundschaften, Kameradschaft und Menschen, die mit uns ihr Leben teilen. Drittens gibt es jedoch auch die kollektive Einsamkeit – wir haben einen Hunger nach einem Netzwerk und einer Gemeinschaft von Menschen, die gleiche Werte, Interessen und Ziele verfolgen.

Wenn es uns in einem dieser drei Bereiche mangelt, können wir durchaus in Partnerschaften sein und uns trotzdem sehr einsam fühlen, was dazu führen kann, dass sich das Gegenüber ebenfalls als Versager fühlt. Was können wir also tun, um den Weg aus der Einsamkeit zu finden?

Zunächst dürfen wir uns ganz gewiss sein, dass Jesus diese Gefühle total gut verstehen kann, weil er es selbst als Mensch erlebt hat. Zum einen am Kreuz, die absolute Verlassenheit und zum anderen aber auch in der Wüste (Matthäus 4): Wie oft geht es uns so, dass wir in der Einsamkeit versucht werden, uns von der Wahrheit abzuwenden, die Gott uns gegeben hat? Jesus erwidert dem Teufel immer wieder: „Es steht geschrieben…“, das heißt, auch wir müssen die Wahrheit kennen, damit wir in diesen Zeiten der Versuchung an der Wahrheit festhalten können. Wir müssen wissen, wie Gott uns sieht und was er über uns sagt. Denn sonst kommt die Einsamkeit immer mit der Versuchung, negative oder falsche Dinge über uns zu denken, die sich schnell tief in unserem Gehirn verankern können. Wir dürfen also ehrlich mit diesen Gefühlen zu Gott kommen und unser Herz an Seine Versprechen erinnern. In Psalm 68,7 (NGÜ) steht beispielsweise, dass Gott den vereinsamten Menschen ein Zuhause schenkt, Gefangene führt er in Freiheit und Wohlergehen. Einsamkeit bewegt das Herz Gottes zutiefst und ich glaube deshalb ist ihm auch die Kirche so wichtig! Gott nimmt uns auf in seine geistliche Familie und das findet auf der Erde ihren Ausdruck in der Kirche. Wie wunderschön ist das? Es ist also umso wichtiger, gerade in Zeiten wie diesen, Teil einer Kirche zu sein und andere einzuladen, das Wunder der Gemeinschaft zu erleben und Heilung zu finden (Hebräer 10,24).

Gerade in dieser Zeit können wir Menschen, die einsam sind, vor allem helfen, indem wir einen sicheren Raum bieten, überhaupt über diese Gefühle zu sprechen. Geteilte Einsamkeit ist Gemeinsamkeit. Du darfst aber auch verstehen, dass du einer anderen Person nicht dauerhaft das Gefühl der Einsamkeit nehmen kannst. Dazu braucht es auch eine Entscheidung der Person selbst. Du kannst ihr aber helfen, ihren Wert in Jesus zu verstehen und erkennen und sie an die Wahrheit erinnern. Du kannst sie zu Treffen einladen, sie anderen Freunden vorstellen und ihr helfen, selbst zum besten zukünftigen Partner zu werden. Und – lass mich dich einladen, wach und sensibel für den Heiligen Geist zu sein. Er wird dir Menschen aufs Herz legen und dir zeigen, was du konkret tun kannst. Vielleicht ist es nur eine Sprachnachricht, eine kleine Karte, ein kurzer Spaziergang, ein Gebet im Stillen, ein kurzes Gespräch auf dem Weg zur Arbeit oder was auch immer… es kann so kraftvoll für die andere Person sein und sie daran erinnern, dass sie tatsächlich nicht alleine ist. Gemeinsam können wir diese kollektive Einsamkeit in Gemeinsamkeit verwandeln.

Bekky Haas ist Psychologin und angehende Psychotherapeutin. Sie ist leidenschaftlich dafür, Menschen zu helfen, in ein Leben mit mehr Freiheit, Freude, mentaler Gesundheit und Stärke zu treten. Es gibt für sie nichts Schöneres, als diesen Prozess begleiten zu dürfen und ihre Plattform auf Instagram dafür zu nutzen (@bekkyhaas). Gemeinsam mit ihrem Mann Ben und ihrer neugeborenen Tochter Linnea Joy genießt sie das Leben am schönen Bodensee.

 

Es war ein kalter Winterabend. Müde und noch mit zwei Stunden Fahrt vor mir, stand ich am Ende eines Bibelschultages an der Tankstelle. „Wann klickt endlich der Zapfhahn?“

So erfüllend der Tag auch war, jetzt fühlte ich mich im Angesicht des zunehmenden Schneefalls einsam und verletzlich. „Herr, es wäre alles so viel einfacher, wenn ein Mann an meiner Seite wäre. Langsam bin ich es echt müde im Dienst alleine unterwegs zu sein. Und gerade jetzt fehlt mir ein Partner mal wieder schmerzlich.“

Ich habe es keinen Moment bereut, mit 22 Jahren eine feste Beziehung hinter mir zu lassen und mit ganzem Herzen Jesus nachzufolgen. Es ist wundervoll und abenteuerlich auf Gottes Wegen, aber es gibt auch diese Momente der Einsamkeit, nicht nur am Ende eines Tages im Dienst des Herrn!

Zum Beispiel in der Kirchenarbeit fragte ich mich öfter: Würden sie so mit mir umgehen, wenn ein Mann hinter mir stehen würde? Würde das, was ich sage mehr Gewicht haben? Oder im Alltag, abends, wieder alleine und niemand zum Kuscheln und Quatschen. Mit Ehemann wäre das bestimmt alles anders.

Inzwischen bin ich seit über 10 Jahren verheiratet und wirklich von Herzen dankbar für das, was ich in den Jahren vor der Ehe über den Umgang mit Einsamkeit gelernt habe. Ja, es ist besser zu zweit, wenn der Mann fest mit Jesus unterwegs ist. Und nein, die Ehe ist (leider) kein Heilmittel gegen Einsamkeit!

Einsamkeit und ihre Wurzeln

Warum betrifft Einsamkeit uns Frauen meist deutlich stärker, als Männer? Das hat damit zu tun, wie Gott uns geschaffen hat. Wir blühen auf, wenn wir miteinander in Beziehung stehen.

Beschäftigt oder belastet uns etwas: Na, was machen wir? Jemanden anrufen oder besuchen! In der Verbindung zu einer anderen Person geschieht etwas, das uns hilft, uns zu sortieren, aufzuatmen und oft Lösungen zu finden. Wo der Mann sich eher in seine Höhle zurück zieht, suchen wir die Verbindung.

Es ist nicht gut, dass der Mensch alleine sei, heißt es in Gottes Wort – dies gilt für beide Geschlechter. Wir sind von Gott geschaffen, als Beziehungswesen. Doch seit dem Einzug von Sünde in dieser Welt wirkt sich diese vor allem auf Beziehungen aus.

Einsamkeit hat also ihre Wurzeln in der geistlichen Welt. Satan möchte dich isolieren, genau wie die ersten Menschen, und dich von dem trennen, was dir Auftrieb gibt. Einsamkeit ist v.a. eine seiner Versuchungen für uns Frauen.

Das Problem liegt also nicht so sehr im Alleine sein, sondern vielmehr im Mangel an bedeutungsvollen Verbindungen. Zu Gott und zu Menschen. Diese aufzubauen, darin liegt die Kunst des erfüllten Lebens mit Gott.

Kämpfe den Kampf des Glaubens

Entscheide dich den guten Kampf des Glaubens zu kämpfen! Nicht nur, aber vor allem, wenn du in einer Leadership Position bist. Auch der Apostel Paulus musste dies im Angesicht von schweren und einsamen Zeiten tun.

Wenn wir mehr auf die Gefühlte der Einsamkeit schauen, statt auf Jesus in uns, entsteht eine Hass-Liebes-Beziehung mit dem, was uns fehlt. Selbstmitleid ist die Folge oder Bitterkeit. Beides schadet uns und den Menschen, die wir leiten.

Ich habe gelernt, dass es in Ordnung ist, traurig zu sein, wenn Dinge nicht so sind, wie sie sein sollten. Doch da darf man nicht stehen bleiben! Wenn du dich einen Moment mit Jesus hinsetzt und offen mit ihm sprichst, wie mit einer Freundin, begegnete er dir. Trost empfängt, wer auf Empfang geht!

Und hier kommen auch gesunde Beziehungen ins Spiel! Super wichtig! Deshalb können wir den Weg nicht alleine gehen. Ladies, wir brauchen einander! Denn der Trost des Herrn möchte dich auch durch Menschen erreichen. Baue aktiv an Beziehungen mit vertrauenswürdigen Menschen und lege das Thema Ehepartner ganz in Gottes Hand, so wird der Feind keinen fruchtbaren Boden für seine Versuchung durch Einsamkeit bei dir finden. Denn wer glaubt, dass die Ehe Gottes Heilmittel gegen Einsamkeit ist, wird sein Leben auf der Wartebank bleiben, statt aufs Spielfeld zu gehen, wo die wahre Action ist.

Die Heimfahrt

Als ich mich von der Tankstelle aufmachte, um nach Hause zu fahren, redete ich mit Jesus, als wäre er da. Ich sagte Ihm wie es mir geht und dass ich einen Beifahrer brauche. Plötzlich war mir, als müsste ich Ihn sehen können. Alles in mir wusste, dass ich nicht mehr alleine im Auto war. Ich habe Jesus Fragen gestellt und in mir schlichte Antworten „gehört“. Es war eine Art Herz zu Herz Unterhaltung. Seine Nähe hat jedes Gefühl von Einsamkeit und Verletzlichkeit aufgelöst. Seither rechne ich mit Seiner Nähe, auch wenn sie sich manchmal durch gute Freunde zeigt.

Hier noch ein Wort von Jesus für dich zum Mitnehmen: „Der Geist des Herrn ruht auf mir, denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt mit dem Auftrag, den Armen gute Botschaft zu bringen, und die zu heilen, deren Herz gebrochen ist.“ Lukas 4,18

Rechne auch du mit Ihm!

 

Sabine Buck hat Praktische Theologie an einem renommierten amerikanischen College studiert. Sie arbeitet seit über 20 Jahren als Bibellehrerin und im pastoralen Dienst. Sie ist echter Beziehungsmensch und liebt Menschen jeden Alters, unterschiedlicher Kulturen und Jesus. Sabine hat mit Anfang 40 geheiratet und lebt mit ihrem Mann in der Nähe von Braunschweig.

Ihr Motto: Jeder sollte die Möglichkeit haben Gott und seine Wege mit uns besser kennen und verstehen zu lernen. Mehr von Sabine findet ihr unter:

Youtube: Lebendiges Wort

Webseite: www.bibelkolleg.org

Erinnert ihr euch auch gerne ab und zu an schöne Stunden bei den Großeltern und schwelgt in Erinnerungen? Geborgenheit, ein echtes Willkommen und urige Gemütlichkeit erwarteten mich dort in dem alten Bauernhaus. Und die Großmutter verwöhnte einen so sehr, mit viel Liebe, all ihrer Zeit und Eis! An manchen Nachmittagen sogar mit zwei Eistüten …wie großzügig!

Großzügigkeit hat viele Formen. Und ich liebe es großzügig zu sein. Wenn Freunde zu Besuch kommen, verwöhne ich sie gerne mit leckerem Essen, schöner Tischdeko und viel Herzlichkeit. Tue ich das, weil ich eine „gute Kinderstube“ hatte? Nein, ich möchte meine Freunde entspannt sehen, ihnen eine schöne Zeit schenken und sie wissen lassen, wie wertvoll sie sind.

Großzügigkeit zeigt sich im Alltag beim Kellner im Restaurant, der ein gutes Trinkgeld bekommt. Bei den Kindern, die oft nur einfache Bitten haben wie „kannst du mir ein bisschen mehr Nutella aufs Brot streichen“? und man mit der praktischen Antwort ein Lächeln auf ihr Gesicht zaubern kann. Wenn man dem wartenden Auto an der Kreuzung Vorfahrt gibt oder man an der Kasse einem Teenager mit seiner Chipstüte den Vorrang lässt.

Wikipedia sagt: „Großzügigkeit besteht darin, ohne Verpflichtung oder Zwang, anderen Leistungen oder Werte in einem Umfang zukommen zu lassen, die über das normale Maß oder das üblicherweise zu Erwartende hinausgehen.“

Das bedeutet, Großzügigkeit wird nie erwartet. Es macht den Gegenüber eher sprachlos, überrascht ihn und lässt ihn aufmerksam werden. Der Beschenkte stellt sich die Frage: Warum ist diese Frau so großzügig? Warum geht ihr Tun über das Normale hinaus? Was steckt dahinter?

Ein Synonym für großzügig ist auch großherzig. Ein großes Herz haben – für unsere Mitmenschen, für unsere Familien, für die einfachen oder auch komplizierteren Menschen in unserer Umgebung. Jesus hat uns gezeigt, wie groß ein Herz sein kann. Wie wir den Nächsten sehen sollen, achten und wertschätzen. „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ (Matth. 22,39)

Ich kann dir aus Erfahrung sagen: Es bereichert dein Leben ungemein!

Nahezu jede kennt den Vers: „Geben ist seliger als nehmen“ (Apg. 20,35). Wenn du mehr gibst als dein Gegenüber erwartet – wenn er es denn überhaupt erwartet hat – dann zeigst du dein Herz ihm gegenüber. Wertschätzung und Ehre treten ins Licht und du machst dein Gegenüber glücklich. Die Großzügigkeit, die Jesus auch gelebt hat, wird sichtbar. Und Segen kann fließen – für deinen Nächsten, aber auch für dich!

Und dieser Segen ist gewaltig! Schau mal in die Bibel unter Lukas 6,38: „Gebt, so wird euch gegeben. Ein volles, gedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß wird man in euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird man euch zumessen.“ Ist das nicht eine  großartige Verheißung?

Meist kommt im Zusammenhang mit Großzügigkeit der Gedanke, es gehe nur ums Geld. Das ist sicher ein Aspekt, auch hier können wir (jede in ihrem Maße) freigiebig sein. „Was würde ich alles tun, wenn ich Millionärin wäre…“ – kam euch der Gedanke auch schon? Ich hätte da viele Ideen!

Wie großzügig gehst du mit deiner Zeit um? Nimmst du dir Zeit für deine Freundin, die gerade jemanden zum Reden braucht? Packst du mit an, wenn Hilfe gebraucht wird, obwohl das vielleicht nicht so perfekt in deinen Terminkalender passt? Wirfst du deinen Relax-Abend über Bord, weil jemand aus deiner Kleingruppe in Not steckt?

Schau mal in deine Bibel, wie großzügig Jesus war. Er machte den besten Wein für die Hochzeitsfeier, er sättigte die Menschen nicht nur mit Brot, sondern auch mit Fischen. Er gab am Ende sogar sein Leben für uns. Ohne Erwartungen an uns – nur in der Hoffnung, dass wir seine Liebe verstehen und annehmen.

Wie großzügig war alleine Gott bei der Erschaffung der Welt? Es erschuf nicht eine einzige Blume, an der wir uns erfreuen können – nein, ein ganzes buntes Blütenmeer streute er über die Welt. Auch bei der Erschaffung von Tieren, den Bäumen und Früchten ist der pure Überfluss zu sehen. Das war auch weit mehr als das „normale Maß“, was Gott uns großzügig zum Leben gab.

Lasst uns einen Unterschied machen in dieser Welt. Gerade in Zeiten des Minimalismus, wo Menschen sich auf das Nötigste konzentrieren, wo man nach sich selbst schaut, gerne wegsieht und sich selbst erst mal der Nächste ist, kann man ein Gegenpol sein. Ich möchte dir Mut machen, großzügig zu sein mit deiner Liebe, deiner Zeit, deinem Geld und deinem Engagement, um die Menschen in deiner Familie, in der Nachbarschaft, in deinem Büro oder deiner Gemeinde ins Staunen zu bringen. Überrasche die Menschen, zeige ihnen deine Wertschätzung und sie werden sensibel und offen für Liebe – Liebe im Überfluss.

 

Milène Dreher ist Journalistin und Fotografin und seit 15 Jahren selbständig. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern am Rand des Schwarzwaldes in einer umgebauten alten Scheune. Ihr Herz schlägt für Menschen – ob Freunde oder Fremde – um sie wertzuschätzen. Milène liebt es, zu kochen, viel mit ihrer Familie zu unternehmen, die Welt zu entdecken und Freunde zu treffen. Zum Entspannen braucht sie nur ein gutes Buch und Schokolade.

 

Ich höre gerade eine Sprachnachricht ab und mir schießen Tränen in die Augen, weil ich so überwältigt bin von dem, was ich höre. Mein Gott, mein himmlischer Papa und Versorger, hat jemandem gesagt, dass er mir einen Betrag X überweisen soll. Als mir diese Person das nun nach ihrer Überweisung als Sprachnachricht schickt, bin ich sprachlos. Berührt. Überwältigt. Es war der exakte Betrag, den ich benötigt habe. Das ist Großzügigkeit. So ist unser Gott.

Nach monatelanger Wohnungssuche steht der Umzugstag bevor. Eine Welle von To Do’s und Überforderung hat mich überrollt. In dem einen Moment überkommt mich Panik und das Gefühl von Einsamkeit, die Dinge irgendwie schaffen zu müssen – alleine. Im nächsten Moment melden sich 4 Freunde, um tatkräftig beim Umzug mit anzupacken. Auch das ist Großzügigkeit und Liebe in Aktion.

Ich erinnere mich auch gerne an meine Zeit im Revival Training Center, der Vollzeitbibelschule des Gospel Forum, weil sie so verändernd und tiefgehend war. In dieser Zeit gab es so viele Finanz-Versorgungs-Wunder, dass mein Vertrauen darauf gewachsen ist, dass Gott treu zu seinem Wort steht. Ich war angewiesen auf finanzielle Unterstützung anderer und habe in dieser Zeit gelernt, unverdiente Großzügigkeit anderer anzunehmen und falschen Stolz abzulegen.

Ich habe viele solcher Momente erlebt und finde Großzügigkeit so freisetzend und belebend. Großzügigkeit heißt für mich, eine Entscheidung zu treffen: Zu lieben, zu geben, groß zu denken und groß zu träumen. Es bedeutet, den Blick vom Mangel und dem, was ich nicht habe, in ein Bewusstsein von „ich hab‘ was zu geben“ umzuwandeln. Ich will betonen: Auch bei geringen Mitteln können wir großzügig sein, weil es so, so viele Wege gibt, Großzügigkeit zu zeigen.

Aber was ist eigentlich die Grundlage für Großzügigkeit? Ich glaube, zwei Säulen davon sind Vertrauen und Gehorsam. Gehorsam ist ein starkes Wort und oft schwingen negative Erfahrungen bei uns mit. Deshalb verwende ich den Begriff „Bereitschaft“. Es braucht die Bereitschaft, dass wenn Gott mich um etwas bittet, ich es umsetze. Und ich brauche Vertrauen, dass ich gut versorgt bin und geben kann.

Großzügigkeit ist Gottes Charaktereigenschaft. Unser Gott ist ein Gott der Fülle. Er schenkt uns den Becher überfließend ein (Psalm 23,5). Vor Seinem Angesicht sind Freuden in Fülle (Psalm 16,11). In ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig (Kolosser 2,9).

Gerade im Bezug auf Finanzen (Zehnter) sagt er: „Prüft mich doch darin, spricht der HERR der Heerscharen, ob ich euch nicht die Fenster des Himmels öffnen und euch Segen ausgießen werde bis zum Übermaß / Überfluss.“ – Maleachi 3,10

Und Gottes Wille ist, dass wir erfüllt werden zur ganzen Fülle Gottes. (Epheser 3,19)

Großzügigkeit ist so ein Segenstool und ich will uns ermutigen, eine ganz persönliche Liste zu machen mit Schätzen & Talenten, die Gott uns jetzt in diesem Moment anvertraut hat und uns bewusst zu machen, was wir eigentlich zu geben haben.

Hier einige Inspirationen mit der Frage: Wo habe ich viel bekommen?

  • Positive Lebenseinstellung: Wie kannst du andere damit beschenken, ihnen ein Danke, ein ermutigendes Wort sagen oder schreiben?
  • Du kommst leicht ins Gespräch, nimmst leicht Kontakt auf? Suche dir 3 Personen aus und höre ihnen zu.
  • Du hast ein eigenes Unternehmen? Wähle 2 Personen, in die du kostenfrei investierst.
  • Prophetische Gabe? Schreibe prophetische Briefe, ermutige dein Umfeld (ohne aufdringlich zu sein).
  • Zeit: Wo kannst du in ein Ehrenamt investieren?

Schreibe einen Brief, backe & verschenke Plätzchen oder einen Kuchen, koche eine Mahlzeit mehr und verschenke sie. Love in Action: Sei großzügig mit Worten der Ermutigung, mit Dankeschöns an der Kasse… Es gibt so viele Möglichkeiten, großzügig zu sein und es zu zelebrieren – es bewusst & mit Genuss zu machen.

Ich liebe es, großzügig zu lieben, zu ermutigen, anzufeuern, Zeit zu schenken, zuzuhören und zu geben. Ich liebe es, weil es Freude, Wertschätzung und Hoffnung verbreitet. Und ich weiß, dass es Gott gefällt und ihm ein richtig breites Grinsen aufs Gesicht bringt, denn er sagt: „Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ Es bringt mich näher an Sein Herz und das ist es, was ich will.

Ich will dich ermutigen, sichtbar zu machen, was du anvertraut bekommen hast. Sei eine gute Verwalterin deiner Talente & Gaben (siehe Matthäus 25,14ff).

Lasst uns verschwenderisch lieben, großzügig vertrauen, reichlich gute Worte ausschütten, unseren Blick weit für andere öffnen, unser Herz öffnen für das, was Gott durch uns tun will, lasst uns das Kleine sehen und ehren, lasst Großzügigkeit unser Leben überfluten.

 

Sonja Nagel 

Sonja ist 32 Jahre alt und kommt ursprünglich aus Rheinland-Pfalz. Nach einer kaufmännischen Ausbildung folgten 10 Jahre Berufserfahrung in assistierenden und leitenden Tätigkeiten im öffentlichen Dienst. Durch den Verlust ihrer Mutter entbrannte eine neue Sehnsucht nach Gottes Tiefe und Wirken in und durch ihr Leben. Besonders durch ihren Herzschlag für Heilung lernte sie das Gospel Forum kennen und entschied sich, 2016 für das Revival Training Center nach Stuttgart zu ziehen. Seit dem bildet sie eine feste Säule in der Administration des Gospel Forums und prägt durch ihre wertschätzende und liebevolle Art nicht nur ihr direktes Umfeld, sondern schafft eine Welcome-Kultur, in der sich jeder gesehen fühlt.