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Als mich Kristin angefragt hat, ob ich einen Blogbeitrag zum Thema Entscheidung schreiben könnte, musste ich erst einmal nachdenken, was es in meinem Leben an großen und kleinen Entscheidungen gegeben hat.

Große bedeutende Entscheidungen, die sofort dramatische Veränderungen mit sich brachten, waren zum Beispiel:

  • die Entscheidung, mit 17 Jahren meine Heimat zu verlassen und als politischer Flüchtling in Deutschland Asyl zu beantragen.
  • Mit 18 Jahren die Entscheidung zu heiraten,
  • mit 27 Jahren dreifache Mutter zu sein
  • und mit 40 Jahren mich scheiden zu lassen.

Aber es gab auch die „kleineren“ Entscheidungen, die mein Leben genauso nachhaltig verändert haben.

Als ich nach Deutschland kam – ohne die Landessprache zu beherrschen – war es mir sehr wichtig von der Menschen akzeptiert zu werden. Ich wollte als eine Bereicherung und nicht als Belastung für mein Umfeld wahrgenommen werden, wollte alle glücklich machen. Nie hätte ich eine Bitte oder Zusatzaufgabe abgelehnt und war „allzeit bereit“. All das, um mir die Anerkennung der Menschen zu verdienen. Aber diese harte Arbeit reichte natürlich nicht aus. Nach wie vor haben mich Menschen abgelehnt oder sind mir mit klassischen Vorurteilen begegnet. Keine Frage: Das hat mich sehr verletzt und schmerzte.

Ich wollte als eine Bereicherung und nicht als Belastung für mein Umfeld wahrgenommen werden, wollte alle glücklich machen.

Nach etlichen Jahren traf ich dann endlich die bewusste Entscheidung: Mich müssen nicht alle mögen!

Und schlagartig fiel eine große Last von mir und ich fühlte mich frei. Frei, ich selbst zu sein – so, wie Gott mich geschaffen und gewollt hat.

Seitdem bin ich darauf gerichtet, ihm zu gefallen. Das gibt mir nicht nur eine tiefe innere Ruhe, sondern ich bin auch nicht mehr zwischen all die Ansprüche und Erwartungen meiner Mitmenschen hin- und hergerissen.

Ich bin entschieden im Reinen zu sein – mit Gott und mit mir selbst. Umso schöner ist, dass ich dabei von Schwestern umgeben bin, die mich so lieben und akzeptieren, wie ich bin!

Alles Liebe,

Marta