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Als 2014 unsere Tochter Madeleine geboren wurde, schwebten wir zunächst wie alle anderen Eltern auch vor Freude und Glück im siebten Himmel! Endlich war sie da! Wir hatten sie so sehnlichst herbeigewünscht und erwartet!

Doch schon nach wenigen Minuten wurde unser unbeschwertes Elternglück zerstört.

Madeleine hatte nämlich eine unerwartete Überraschung mitgebracht. Als unerfahrene Eltern sahen wir es nicht sofort, obwohl meinem Mann Madeleines ungewöhnliche Körperhaltung auffiel. Also klärten uns die Ärzte wenige Minuten nach der Geburt darüber auf, dass Madeleine Trisomie 21 hat und ein rasselndes Geräusch in ihrem kleinen Herzen zu hören ist. Da sie vermuteten, dass Madeleine einen Herzfehler hat, musste sie kurz darauf zu weiteren Untersuchungen mitgenommen werden. Völlig erschöpft von der Geburt und fassungslos über die Diagnosen der Ärzte, blieben wir alleine, ohne unsere Madeleine zurück. Schock und große Angst um Madeleines Leben überrollten uns.

Gleichzeitig kamen Zweifel und Fragen auf. „Warum lässt Gott das zu?“ „Warum unsere Madeleine?“ „Wo ist Gott in dem Ganzen?“.

Einen Tag später musste Madeleine dann tatsächlich in die Kinderklinik auf die Herzstation verlegt werden, um von weiteren Spezialisten durchgecheckt zu werden. Als wir auch in der Kinderklinik ankamen, war die Prognose, dass wir vielleicht drei Wochen, aber vielleicht auch nur eine Woche im Krankenhaus verbringen müssten, bis geklärt werden könnte, was bei Madeleine nicht stimmt.

Ich erinnere mich wie ich nachts auf dem Klappbett in Madeleines Krankenzimmer lag, mit dem Blick auf die Monitore, an denen ihr kleiner Körper angeschlossen war. Ständig beobachtete und kontrollierte mein völlig übermüdeter Blick ihre Sauerstoffsättigungswerte und Herzfrequenz als ob ich sie dadurch am Leben erhalten könnte. Irgendwann war ich einfach so erschöpft von den schlaflosen Nächten im Krankenhaus, den vielen unterschiedlichen Emotionen und Sorgen, dass ich vor Gott weinend mein Herz ausschüttete.

Gott kam mit seinem Trost, Frieden, seiner Liebe und Hoffnung in dieses Krankenzimmer.

Nach dieser tiefen Begegnung mit Seiner Gegenwart konnte ich mich ganz neu entscheiden Gott zu vertrauen, Ihm die Kontrolle über die Situation zu überlassen und Seinen Zusagen über unserem Leben zu glauben. Die nächsten Tage im Krankenhaus wurden trotz einiger Aufs und Abs leichter, denn ich hatte mich entschieden mit Zuversicht einen Tag nach dem anderen zu nehmen.

Letztendlich wurden wir sogar schon nach einer Woche aus dem Krankenhaus entlassen. Das kleine Loch in Madeleines Herzen war verwachsen und die Verengung im Aortabogen nicht mehr bedenklich. Gott hat dieses Wunder getan! Wir sind Ihm unendlich dankbar, dass Er uns durch diese anfänglichen Schwierigkeiten getragen hat und in den dunkelsten Stunden neue Zuversicht geschenkt hat.

Madeleine ist heute ein kerngesundes, dreijähriges Mädchen und unser absoluter Sonnenschein! Es ist eine Ehre für mich, dass Gott sie mir anvertraut hat und ich ihre Mama sein darf.

Wir lieben das Gefühl der Zuversicht, oder?! Die Begeisterung und Vorfreude, die wir empfinden, wenn wir etwas Neues beginnen. Die Sicherheit, nichts falsch machen zu können und die ganze Welt auf seiner Seite zu haben.

Aber wie fühlt es sich an, wenn man gerade aus einer riesigen Niederlage heraus marschiert? Wieviel Enthusiasmus empfindet man, wenn man gerade noch mit gesenktem Kopf, verweinten Augen und geballten Fäusten zugeben musste, dass man wirklich dick versagt hat?

Ganz ehrlich – diese Gefühle sind niederschmetternd und haben wenig mit Zuversicht zu tun.

Ich erinnere mich an diesen Moment noch sehr genau. Mein Gesicht ganz nah am Boden, meine Wut bereits umgewandelt in rasende Kopfschmerzen. Mein Selbstvertrauen angeknackst und mein Kampfgeist verflogen.

Ich war 24 und hatte mein Examen, für das ich 6 Jahre lang studiert hatte, gerade komplett in den Sand gesetzt. Da war nichts zu machen. Ich konnte niemandem die Schuld geben – außer mir selbst. Ich war mutlos, ratlos, zerknirscht und überhaupt nicht in der Stimmung, an die Zukunft zu denken. Es war peinlich und für viele Freunde sogar richtig erschütternd. Es war ein Schockzustand.

Bis ich mich entschied, die Perspektive zu wechseln.

Das war kein krasser Moment oder eine super-klare Offenbarung. Es war ein Mini-Fünkchen Hoffnung, dem ich die Erlaubnis gab, meinen Blick zu heben.

Ich betete, ich rief zu meinem Gott. Ich klagte, ich stampfte, nörgelte und bettelte. Und er war da – in dieser ganzen Zeit. Aus meinem stotternden Motor machte er eine ganz frisch geölte Maschine. Er gab mir neue Zuversicht. Nichts Aufgewärmtes oder Zusammengeflicktes. Ich fühlte eine Stärke und Angriffslustigkeit, die ich davor so nicht kannte. Ich wurde kreativ und auf eine neue Art und Weise mutig.

Mein verletzter Stolz ließ mich etwas Neues wagen, von dem ich nie gedacht hätte, dass ich es tun würde. Ich bewarb mich für die Ausbildung zur professionellen Tänzerin – ein Kindheitstraum und bis hierher nur Hirngespinst. Ich fühlte nicht viel Zuversicht, dass ich erfolgreich sein und angenommen werden würde. Aber ich gab dem Ganzen eine Chance. Wacklige Knie und ein auffällig nervöses Lächeln beim Check-In inklusive. Danach war ich froh. Einfach zufrieden mit mir, es versucht zu haben. Ich rechnete nicht mit dem Anruf eine Woche später, dass ich im nächsten Schuljahr starten könnte. Und dann ging alles ganz schnell. Ich startete einen neuen, spannenden Lebensabschnitt und nicht nur das; ich wurde unerschrockener und waghalsiger.

Aus einer Niederlage ging ich mit neuer Perspektive heraus – mit einer ganz neuen Zuver.SICHT. Gehen ist hier wahrscheinlich das falsche Wort. Ich tanzte aus ihr heraus!

Eine Situation in der ich mich entscheiden musste, an der Zuversicht festzuhalten – ich glaube, da stecke ich mitten drin.

Zuversicht – Was ist das eigentlich? Für mich ist „Zuversicht“ eine Steigerung von „Hoffnung“. Nicht nur eine positive Erwartung für die Zukunft, sondern vielmehr die feste Gewissheit, dass am Ende einer Durststrecke alles gut ist.

 

Leider musste und muss ich immer wieder feststellen, dass dieses Gefühl der freudigen Gewissheit sich nicht von allein einstellt. Oft ist es eine Entscheidung – inmitten von für mich unverständlichen oder bitteren Umständen.

 

Manchmal kommt scheinbar alles zusammen. Das können bei dir ganz andere Herausforderungen sein als bei mir; Schulnoten, Ausgrenzung, Krankheit, Geldsorgen, Abhängigkeiten. Ich stecke in einer Phase, in der ich voller Respekt, ja manchmal sogar ein wenig Angst, auf meine bevorstehende neue berufliche Situation blicke. Zudem habe ich mich beim Sport am Fuß verletzt und kann die kommende Wettkampfsaison nicht bestreiten, für die ich monatelang, zwar mit Spaß aber auch hart trainiert und auf die ich hin gefiebert habe.

Wo bleibt da noch Platz für Zuversicht?

Woher nehme ich die Gewissheit, dass alles gut werden wird? Habe ich überhaupt einen Anspruch darauf, dass alles glatt läuft? Und was ist überhaupt „gut“? Fragen, auf die ich, zumindest teilweise, keine Antwort weiß…

Und auch wenn ich manchmal verzweifelt oder traurig bin – auch wenn ich überhaupt keine Lust habe, versuche ich inmitten dieser Umstände meinen Blick auf Gott zu wenden. ER ist meine Zuversicht. Er vermag alles. Er weiß alles und vor allem: Er meint es gut mit mir.

Was soll ich da noch fürchten?

Für unsere diesjährige Konferenz haben wir das Thema „Zuversicht“ gewählt. Es macht in unserem Leben einen großen Unterschied, ob wir den täglichen Chancen und Herausforderungen mit Zuversicht begegnen. Hoffnungsvoll und zuversichtlich zu sein funktioniert wie ein innerer Motor. Es ist wie ein Antrieb für unser Leben!

 

In deinem Alltag gibt es bestimmt viele Situationen, in denen du die positive Einstellung zum Leben verlieren kannst, so wie bei mir auch. Es gibt Zeiten, in denen mir alles ein bisschen zu viel wird oder ich mich unqualifiziert und unsicher fühle.

 

Als meine Kinder im Teenie-Alter im Freundeskreis und in der Schule große Herausforderungen hatten, habe ich mich oft gefühlt, als wäre ich nicht in der Lage, ihnen wirklich zu helfen. Ich meine, gib mir ein Rezept für einen Kuchen oder ein leckeres Gericht und ich werde es vermutlich ziemlich erfolgreich zubereiten können. Aber kann mal jemand ein funktionierendes Rezept liefern, wie man in diesen Situationen des Lebens, den eigenen Kindern erfolgreich hilft??

 

In solchen Umständen kann man schnell die Zuversicht verlieren und sich zurückziehen. Bei dir mögen es ganz andere Dinge sein, die „Zuversichtsräuber“ sind. Doch wichtig ist ja, wie wir damit umgehen, oder?

 

Ich habe zwar kein Geheimrezept für alle Herausforderungen des Lebens, aber ich habe entdeckt, dass es eine Quelle für Zuversicht und Hoffnung gibt und das ist Gott. Wenn ich zu Ihm komme mit allem, was diese negativen Gefühle hervorruft, erlebe ich jedes Mal, dass Er mich ermutigt durch sein Wort – die Bibel.

Denn Sein Wort ist eine Leuchte für meinen nächsten Schritt – ein Licht auf meinem Weg. (Psalm 119:105)

Dort wo sich Dunkelheit reinschleichen will, kann ich durch dieses Licht wieder Hoffnung und Zuversicht bekommen.

 

Gott verspricht uns auch, dass Er unsere Weisheit ist. Wenn uns Weisheit mangelt, dürfen wir zu ihm kommen – Er gibt uns was wir brauchen und zwar ohne Vorwurf, warum wir schon wieder etwas brauchen (Jakobus 1:5).

 

Ich finde das sehr ermutigend! Es hilft mir jeden Tag aufs neue, die Chancen zu ergreifen, die mir gegeben werden. Denn Herausforderungen sind eigentlich einfach verkleidete Chancen…

 

In den nächsten Wochen, werden wir weitere Blogs zum Thema „Zuversicht“ veröffentlichen, die dein Herz schon mal auf unsere Konferenz einstimmen sollen. Wir glauben, dass du in deinem Leben Durchbrüche erleben wirst, wenn du die Kraft der Zuversicht entdeckst.

 

Herzliche Grüße,

Kristin